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Solingen
Scheel-Kolleg: Stadt schlägt Neubau vor

Solingen: Scheel-Kolleg: Stadt schlägt Neubau vor
Alles zusammengerechnet wäre ein Neubau für das Mildred-Scheel-Berufskolleg an der Beethovenstraße und die Konzentration auf diesen einen Unterrichtsstandort der Schule die kostengünstigste Variante. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Das Mildred-Scheel-Berufskolleg soll an der Beethovenstraße einen Neubau für rund 11,4 Millionen Euro erhalten. Schuldezernentin Becker will sich bei der Bezirksregierung für die nötigen Kredite einsetzen. Von Benjamin Dresen

Die Stadtverwaltung hat ihre Pläne für das Mildred-Scheel-Berufskolleg durchgerechnet. Die Schule mit Schwerpunkt auf Erziehungs- und Gesundheitsberufen platzt mit 900 Schülern aus allen Nähten, und das feuchte Verwaltungsgebäude bereitet große Sorgen. In der letzten Sitzung des Schulausschusses waren drei Varianten vorgestellt worden: Beethovenstraße plus Hauptschule Ohligs, Beethovenstraße mit großem Neubau oder Beethovenstraße mit kleinerem Neubau plus Diesterwegschule. Um die Kosten für alle drei Szenarien vergleichen zu können, ging die Verwaltung für die Sanierung von Altbauten von einem Neubaustandard aus.

"Wir sind zu verblüffenden Ergebnissen gekommen", berichtete Lutz Blum vom städtischen Immobilienmanagement jetzt dem Schulausschuss. Demnach würden unter Voraussetzung Neubaustandard alle drei Varianten etwa 16,5 Millionen Euro kosten. Eindeutiger wird die Rechnung, wenn auch die Betriebskosten auf zehn Jahre einfließen. Danach würde die Stadt bei einem Neubau an der Beethovenstraße und der Konzentration auf diesen Standort eine Million Euro sparen gegenüber den anderen beiden Vorschlägen. Es würden zudem keine Fahrtkosten für Schüler und Lehrer anfallen und ehemalige Diesterwegschule und frühere Hauptschule Ohligs könnten vermarktet werden.

Da die Gebäude A und B des Berufskollegs an der Beethovenstraße von innen in einem guten Zustand und von außen saniert seien, müsse hier kein Neubaustandard angestrebt werden, so Blum. Es würde also an der Beethovenstraße ein Neubau von 2850 Quadratmetern mit Verwaltungs- und Unterrichtsräumen entstehen und die bestehenden Gebäude würden mit Aufzügen barrierefrei gemacht. Mit dem Abriss des Verwaltungsgebäudes C und der Auslagerung der Verwaltung in Container würden die tatsächlichen Kosten dann bei rund 11,4 Millionen Euro liegen. Die Detailplanungen könnten 2017 beginnen und 2018 und 2019 umgesetzt werden - unter einem Vorbehalt: Es muss Geld da sein.

Schuldezernentin Dagmar Becker zeigte sich entschlossen. "Wir werden entsprechende Gespräche mit der Bezirksregierung führen. Wir müssen die Ermächtigung für weitere Sonderkredite bekommen. Wann, wenn nicht jetzt?", fragte sie mit Blick auf das niedrige Zinsniveau. "Wir hoffen, dass wir mit dieser zukunftsträchtigen Planung überzeugen können."

"Es wäre geradezu phantastisch", freute sich Iris Preuß-Buchholz (SPD). "Aber was passiert, wenn wir das Geld nicht bekommen?" Der städtische "Plan B" liefe auf die Variante "Beethovenstraße plus ehemaliger Hauptschule Ohligs" hinaus. Das Schulgebäude am Rennpatt würde dann so hergerichtet, "wie es die Finanzmittel hergeben", erklärte Lutz Blum.

"Für uns wäre der große Neubau die Verwirklichung eines Traums", erklärte Schulleiterin Gabriele Stobbe-Dibbert im Gespräch mit unserer Redaktion. "Wir könnten alle Kräfte an einem Standort bündeln und hätten ausreichend Klassenräume, Fachräume und Räume für Inklusion." Für Lehrer und Schüler hätten die Fahrten zum Unterrichtsgebäude der einstigen Diesterwegschule am Wahnenkamp ein Ende, die diese seit fünf Jahren auf sich nehmen müssen. "Es war eine große Freude", kommentiert sie die Vorstellung der Pläne im Schulausschuss und betont: "Wir begrüßen, wie Schuldezernentin Becker sich dafür einsetzen will."

Quelle: RP
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