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Solingen
Schönes aus eigener Hand im Schloss

Bummel über den Basar der Kunsthandwerker
Solingen. Am vergangenen Freitag startete der 38. Kunsthandwerkermarkt auf Schloss Burg. Rund 120 Aussteller bieten eine große Vielfalt handwerklich hergestellter Produkte. Für den Schlossbauverein ist die Veranstaltung die wichtigste im ganzen Jahr. Von Benjamin Dresen

Gucken, staunen, stöbern - seit Freitag war dazu auf Schloss Burg wieder reichlich Gelegenheit. Die Stände der 120 Aussteller beim Kunsthandwerkermarkt laden zum Entdecken ein, an jeder Ecke wartet ein anderer Aussteller mit seinen Produkten. Hier treffen Kuriositäten auf Nützliches und Geschenkideen auf Alltagsgegenstände. Sie alle verbindet aber die liebevolle handwerkliche Herstellung.

Buchbinder Wolfgang Schult hat einen weiten Weg hinter sich. Zum dritten Mal ist er von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst an der Ostsee nach Burg gekommen. Mit im Gepäck hatte er unzählige schöne Hefte und Bücher, eingeschlagen in italienisches Papier mit Motiven der Renaissance. Allerlei Exotisches zur Dekoration bietet Jens Frielinghaus ein paar Meter weiter an. Die Ketten aus exotischen Nüssen, Samen und Früchten sind ein Blickfang und ziehen die Besucher an den Stand. "Die stammen von Wildpflanzen aus Australien", berichtet der Gärtner aus Sprockhövel. "Aus diesen Samenperlen vom Amazonas wird Schmuck hergestellt. Die sind eine Rarität", erklärt er und nimmt eine der kleinen, blank polierten Kugeln aus dem Korb.

Eine "heiße Geschichte" können die Besucher bei Oguz Özdemir erleben. Der Solinger Glasbläser formt gerade über der Gasflamme vor den Augen der Besucher aus einer schnöden Glaskugel ein Herz. In weißer Farbe schreibt er ein "Ich liebe dich" darauf. Bei ihm dürfen die Besucher auch mitmachen und kleine Kunstwerke aus Glas mitgestalten. Er ist seit über 20 Jahren auf dem Basar und hat beobachtet: "Von 1000 Besuchern kommen vielleicht 50 aus Solingen."

Jens Frielinghaus aus Sprockhövel hat viele exotische Naturprodukte im Programm. FOTO: Martin Kempner

In einer Ecke des Rittersaals präsentiert Schumachermeister Feri Braun seine handgefertigten Schuhe. Gut zehn Stunden arbeitet er an einem Paar, die Preise liegen bei 400 bis 600 Euro. "Zu mir kommen Leute, die Lust auf gute Schuhe haben", sagt er. Er reist seit 28 Jahren aus Freiburg an und gehört fast zum Inventar des Basars.

Beate Federmann aus Haan und ihre Freundinnen besuchen schon seit 20 Jahren zum Kunsthandwerkermarkt. Sie kaufen hier nicht nur ein, sondern sammeln auch Inspiration. "Ich klaue schon mal Ideen", scherzt Beate Federmann. Ohne etwas zu kaufen, fahren sie aber nie nach Hause: Federmann hat bereits ein paar Stulpen für den Winter gefunden. Michaela Geile aus Hagen kommt ebenfalls seit vielen Jahren. "Ich finde die Atmosphäre schön mit der alten Burg", sagt sie. Sie interessiert sich vor allem für Mode und Schmuck und ist auf der Suche nach einer Strickjacke.

Der Schlossbauverein als Veranstalter rechnet wieder mit 20.000 Besuchern, wie Vorsitzender Klaus-Dieter Schulz erklärt. Der Kunsthandwerkermarkt ist bei 160.000 Besuchern auf Schloss Burg pro Jahr das wichtigste Zugpferd. Er dauert zehn Tage bis zum 6. November.

Quelle: RP
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