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Dürpelfest
So ausgelassen feiert Ohligs seine Traditionen

Solingen. Zum 43. Mal stieg das Dürpelfest im Ohligser Stadtkern - und wieder zog es Zehntausende an die Buden, zur Kirmes und vor die Bühnen. Von Alexander Riedel

Wohl dem, der für alle Widrigkeiten gerüstet ist: Als am Freitag zum Auftakt des Dürpelfestes der Himmel seine Schleusen öffnete, holten die Volleyballer des TSV Aufderhöhe Regencapes hinter dem Tresen ihres Standes am Ohligser Markt hervor und verhalfen einigen Gästen somit zum "trockenen" Biergenuss. "Einer aus unserer Mannschaft hatte die seit Urzeiten in seinem Bestand", verriet Frank Seidel, der an den ersten beiden Tagen des traditionsreichen Straßenfestes Getränke ausschenkte. "Wir haben uns dann einen Spaß gemacht", verriet er: "Wer ein Cape anzog, bekam von uns ein Kölsch ausgegeben."

Vom eher mäßigen Wetter ließen sich die Besucher am klassischen "Tag der Ohligser" ohnehin nicht abschrecken. "Es ging ganz gut los", freute sich Timm Kronenberg, der das musikalische Programm auf der Bühne "Im Süden von Ohligs" an der unteren Düsseldorfer Straße zusammengestellt hatte, am Samstagvormittag.

So war das Dürpelfest 2017 in Solingen FOTO: Köhlen, Stephan

Und die Resonanz steigerte sich mit dem Wetter: Viele tausend Menschen tummelten sich auch am Samstag und Sonntag an der Düsseldorfer Straße und den Nebenstraßen an Imbiss- und Getränkebuden sowie den insgesamt fünf Bühnen. Musikkoordinatorin Ute Morsbach-Michels hatte eine Vielzahl an Bands für die Standorte Bremsheyplatz, Wittenberg- und Grünstraße gewonnen, Philipp Müller vom Gasthaus Schaaf gestaltete das Programm an der Forststraße.

Die Mischung aus beliebten Coverbands und Neulingen traf den Nerv der Besucher: Viele tanzten oder sangen mit, überall blickte man in fröhliche Gesichter. "Es ist einfach gemütlich", sagte Anja Breidenbach, für deren Clique das Dürpelfest seit vielen Jahren zum Pflichtprogramm gehört. "Hier kommt man in einer schönen Umgebung mit Freunden zusammen und macht sich einen wunderbaren Abend", sagte die Höhscheiderin. Und Werner Kegel verriet: "Wenn ich die Düsseldorfer Straße hinunterziehe, komme ich bis zum Ende des Abends gar nicht unten an, weil ich überall so viele Leute treffe, mit denen ich dann irgendwo an einer Bude stehenbleibe."

Etwas mehr als die Hälfte der Stände wurde erneut von Vereinen betrieben. Daneben ließ die von Günter Darmann organisierte bunte Kirmes an Markt und Lennestraße vor allem die Herzen der Kinder und Jugendlichen höher schlagen. Vom wilden "Voodoo Jumper" mit seinen hüpfenden Gondeln bis zum familiären Autoscooter, von der großen Schiffsschaukel "The Real Nessy" bis zum Einsteigermodell "Piraten Trip" für die kleineren Gäste war für die unterschiedlichsten Vorlieben etwas dabei. Auch niedergelassene Gastronomen und Händler beteiligten sich am stimmungsvollen Treiben: "Meine Schwester und ich feiern in diesem Jahr unser 35. Dürpeljubiläum", verriet Conny Strodtkötter von der gleichnamigem Metzgerei an der Forststraße - und deutete auf die gut gelaunten Helfer, die vor dem Geschäft die Kunden bedienten: "Zur Feier des Tages haben wir sie extra neu eingekleidet." Kinder und Freunde des Hauses bedienen beim Dürpelfest traditionell die Gäste - unter ihnen auch Strodtkötters Sohn Tim. "Er steht jetzt seit zehn Jahren gemeinsam mit seinem Kumpel Carsten am Grill", erzählte die ehemalige Vorsitzende der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG). In deren Auftrag hatte Gloria Göllmann die Projektleitung für das 1974 ins Leben gerufene Fest übernommen. Die 47-Jährige schwärmte: "Ich bin schwer begeistert." Bis auf Kleinigkeiten sei das Fest reibungslos verlaufen.

Quelle: RP
 
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