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Solingen
Solinger Platt wie man es wünscht

Solingen. Bühnenspiele Höhscheid spielten vor ausverkauftem Theater mit viel Elan. Von Ulrike Kohl

Lene Schulten ist voll mit den Vorbereitungen für ihre Silberhochzeit beschäftigt. Dabei kann sie auch prima delegieren. Hans, den Freund ihrer Tochter Doris, den sie etwas abschätzig "Picasso" nennt, schickt sie in den Keller, um die Wände zu streichen. Doch ihr Mann Hermann schwelgt mit seinem Freund Robert lieber in Erinnerungen. Er erzählt, wie er seine Lene kennengelernt hat, und Robert pflichtet ihm bei, in dem er Hans gute Ratschläge erteilt und ihm fast die Lust am Heiraten vermiest.

Lene macht sich indessen für den kommenden Besuch schön, besonders, da ihr Jugendfreund Artur mit seiner Frau erwartet wird. Als der dann auftaucht und Süßholz raspelt, wird Lene plötzlich ganz lieb und spricht tolles Hochdeutsch. Doch ausgerechnet zwei Tage vor der Silberhochzeit überreden Robert und Artur den Hochzeiter zu einem Junggesellen-Abschied, der ziemlich ausufert und die Stimmung im Hause Schulten vermiest.

Renate Kollig hat das Lustspiel "Selwerhochtiet", das am Wochenende auf der Solinger Theaterbühne zu sehen war, für die Bühnenspiele Höhscheid so überzeugend bearbeitet, dass die Freunde der Solinger Mundart einmal mehr voll auf ihre Kosten kamen. Die Schauspieler gaben wirklich ihr Bestes: Petra Lokay als die Schneiderin Elli Schöne wartete mit klugen Ratschlägen für die junge Braut auf, obwohl sie selbst nie verheiratet war. Willi Hakenberg gibt ebenfalls Ratschläge, und langsam bessert sich die Stimmung im Hause Schulten wieder.

Ina Dültgen und Holger Langenberg sind das junge Paar und spielen es sehr verliebt. Udo Menge ist der schöne Jugendfreund, der den Weiberhelden spielt und angeblich seine Frau fest im Griff hat. Sabine Roth verkörpert die resolute Ehefrau Lene, die es mit ihrem Mann Hermann (umwerfend: Ernst Seilheimer) nicht immer leicht hatte.

Und dann kam da noch Marta. Sie ist die Vermieterin vom ewigen Junggesellen Robert, auf den sie als Witwe ernste Absichten hat. Außerdem weiß sie immer alles: So hat sie nicht nur erfahren, mit wem die drei Männer sich für den nächsten Tag verabredet haben, sondern auch, dass Hans mit einer anderen Frau unterwegs war. Hannelore Selbach löste in dieser Rolle mal wieder Lachsalven beim Publikum aus - sie war aber auch zu schön anzusehen und anzuhören.

Renate Kollig, die Regie führte, konnte mit ihrem Ensemble mehr als zufrieden sein. Und das Solinger Publikum bedankte sich mit viel Applaus für den schönen Abend.

Quelle: RP
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