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Solingen
Trockenen Fußes in die neue Spielzeit

Solingen. Das Kulturmanagement unter Leitung von Hans Knopper hat den Spielplan des Theater und Konzerthauses für 2017/18 vorgestellt. Von Güdny Schneider-Mombaur

Raum für Erlebnisse, so lautet das Motto für die neue Spielzeit des Theater und Konzerthauses Solingen. Ein vielfältiges Angebot an Kulturveranstaltungen, optimiert durch ein neugestaltetes schöneres Theaterumfeld und ergänzt durch ein passendes gastronomisches Angebot soll den Theater- und Konzertbesuch ab Herbst zum ganzheitlichen Erlebnis machen.

Für dieses Ziel haben die Mitarbeiter des Kulturmanagements mit über einem Jahr Vorlauf gearbeitet. Das Kernteam hat sich auf Messen einen Überblick über Kulturangebote verschafft. Sandra Perinelli, in diesem Jahr zuständig für die Sichtung, hat zahlreiche Theaterstücke in verschiedenen Städten besucht. Angebote von Konzert- und Veranstaltungsagenturen mussten geprüft und auch die Wünsche des Solinger Publikums, das immer wieder um Feedback gebeten wird, berücksichtigt werden.

Der umfangreiche neue Spielplan, den Kati Schön, verantwortlich für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, in der Pressekonferenz vorstellt, bietet ein breit aufgefächertes Kulturprogramm und umfasst alle Sparten von Komödie über Schauspiel, Oper, klassische Konzerte, Tanz bis zu Comedy, Musical, Rock und Pop. Und natürlich dürfen auch Kindermärchen für die Kleinsten und das Jugendtheater nicht fehlen. "Alle Gruppen der Stadtgesellschaft sollen sich von unserem kulturellen Angebot angesprochen fühlen", erklärt Hans Knopper. "Das Theater soll allen Interessierten Raum für Erlebnisse ermöglichen."

Ein Highlight der kommenden Spielzeit ist das Tanztheaterstück "Hieronymus B." von Janine Linning und ihrer Dance Company. Das Stück, das mit Anspielungen auf die mystisch-fantastischen Bildwelten des spätmittelalterlichen Malers Hieronymus Bosch arbeitet, katapultiert den Zuschauer in die ambivalenten Visionen von Boschs Kosmos zwischen Hölle und Paradies, mit opulenten Kostümen und einem ebensolchen skulpturalen Bühnenbild.

Neben altbekanntem Repertoire wie Wagners "Fliegendem Holländer", Rossinis "Barbier von Sevilla" oder "Dem Vetter aus Dingsda" von Eduard Künneke wagt sich das Musiktheater bei der jährlichen Eigeninszenierung an die Barockoper "Alcina" von Friedrich Händel. Eine Rarität, weil sie selten aufgeführt wird. "Auch dies verspricht einen spannenden Abend", so Anna Frantzen vom Kulturmanagement. "Hier können sich auch die theatereigenen Werkstätten mit Bühnenaufbau und -bild einbringen, ebenso der Solinger Theaterchor und natürlich die Bergischen Symphoniker." Sie sind eine feste Größe im reichhaltigen Musikangebot. In der nächsten Spielzeit überraschen sie zusätzlich zu den Philharmonischen und Kammerkonzerten mit dem neuen Konzertformat "On Fire!". Ein Crossover von klassischer Musik und aktuellem Pop. Am ersten Abend präsentiert sich Soulsänger Max Mutzke zusammen mit dem Orchester, am zweiten treffen Clubsounds auf Symphonik. Und auch der Filmmusik ist ein Konzert gewidmet.

Der Film beeinflusst auch das Theaterprogramm. Nach dem Erfolg des Theaterstücks "Ziemlich beste Freunde" wird in der neuen Spielzeit mit "Monsieur Claude und seine Töchter" eine Komödie nach dem gleichnamigen Kinohit gezeigt. Äußerst aktuell ist auch das Schauspiel "Netzwelt", ein preisgekrönter Science-Fiction-Thriller von Jennifer Haley. "Es wird dem Wunsch des Publikums nach mehr Krimis im Theater entgegenkommen", so Knopper. Das Stück thematisiert düstere Abgründe von Technologie und menschlichem Begehren im anbrechenden virtuellen Zeitalter.

Das Zeitalter der Reformation wird im Pop Oratorium "Luther" von Dieter Falk und Michael Kunze für ein junges Publikum aktualisiert. Die erfolgreichen Formate Weltmusik, Blues Kitchen und Kleinkunst sind mit interessanten und bekannten Künstlern auch in der Spielzeit 17/18 vertreten, immer mit der Zielvorgabe, für jede Gruppe ein spannendes Kulturangebot zu bieten. Ein Spooky Concert & Party zu Halloween, aber auch Faust, Thema im Zentralabitur 2018, stehen auf dem neuen Spielplan. Das umfangreiche Programmbuch, das im Theater, im Rathaus und allen Bürgerbüros, in der Volkshochschule und in Museen kostenlos ausliegt, zeigt die ganze Bandbreite des qualitativ hochwertigen Angebots.

"Um dem kulturellen Erlebnis den richtigen Rahmen zu geben, werden wir auch das gastronomische Angebot ausweiten", ergänzt Jibu Kannanthanathu vom stadteigenen Catering. "Neben Getränken vor, während und nach den Veranstaltungen wird es eine Auswahl kleiner kulinarischer Speisen geben, die teilweise mit inhaltlichem Bezug zur Veranstaltung geplant sind."

Und wenn nach der Sommerpause endlich jeder Besucher und jede Besucherin trockenen Fußes ins Stadttheater gelangt, weil bis dahin die Pflasterung rund ums Gebäude abgeschlossen ist, dann können sie in einem neu gestalteten Atrium flanieren. Sie können barrierefrei mit dem Aufzug in die obere Etage fahren, sich in den sanierten Sanitärbereichen frisch machen und, auch kulinarisch gestärkt, Kultur auf allen Ebenen genießen.

Quelle: RP
 
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