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Solingen
Wald schließt sich zusammen und hilft

Solingen: Wald schließt sich zusammen und hilft
Gemeindeschwester Bettina Hahmann und Pfarrer Bernd Reinzhagen in dem Ladenlokal, das zur Anlaufstelle für Flüchtlinge, Bürger und Ehrenamtler umgebaut und in der nächsten Woche eröffnet wird. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Am 5. November eröffnet in Wald das Kontaktbüro der Evangelischen Gemeinde und des Flüchtlings-Netzwerks. Von Maxine Herder

Wald hilft - im Kleinen wie im Großen: Um den bis zu 59 Flüchtlingen, die in rund zwei Wochen ins Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde an der Corinthstraße einziehen sollen (wir berichteten), einen herzlichen Empfang und einen guten Start zu ermöglichen, ziehen dort alle an einem Strang - Gemeinden und Verbände, Vereine und Ärzte, die sich im Netzwerk "Willkommen in Wald" zusammengeschlossen haben, genauso wie viele engagierte Bürger.

Die Karte "Das Wauler Dorp auf arabisch" ist dabei nur ein Beispiel, für die handfeste, sehr menschliche, ganz nahe Arbeit, die dort geleistet wird: Als Willkommensgruß an die syrischen Familien, die schon bald hier leben werden, soll das Luftbild, aufgenommen von Matthias Kunde und von der Solinger Fotografin Daniela Tobias mit den wichtigsten Punkten versehen und auf arabisch übersetzt, ihnen eine erste Orientierung in der neuen Heimat bieten.

Und auch sonst passiert gerade ganz viel im Stadtteil: Am Gemeindehaus Corinthstraße sind die Duschcontainer bereits aufgestellt worden, in diesen Tagen finden dort die letzten Veranstaltungen statt. Ab dem 2. November wird umgebaut: "Es müssen Feuertüren eingesetzt sowie die Brandmeldeanlage und Fluchtwege eingerichtet werden. Dann können die Betten aufgestellt werden", sagt Bernd Reinzhagen, Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Wald. Sie seien die erste Kirchengemeinde in ganz Deutschland, sagt Reinzhagen, die ein komplett belegtes Gemeindehaus räume, um Platz für Flüchtlinge zu schaffen. Alle regelmäßigen Veranstaltungen der Gemeinde finden ab kommender Woche an anderen Orten statt. "Größere Geschichten, wie das Essen für Bedürftige, das wir zwei mal in der Woche anbieten oder die Chorproben, haben wir beispielsweise in die Kirche verlagert."

Auch an anderer Stelle laufen die Arbeiten derzeit auf Hochtouren: Gleich gegenüber der Kirche wird ein rund 100 Quadratmeter großes Ladenlokal zum gemeinsamen Kontaktbüro vom Sozialdiakonischen Zentrum Wald und dem Netzwerk "Willkommen in Wald" umgebaut. Am 5. November um 11 Uhr wird die Eröffnung gefeiert.

Gemeindeschwester Bettina Hahmann wird hier künftig ihr Büro haben, ebenso wie Sozialarbeiter Marc Fischer, der sich um die Flüchtlinge im Gemeindehaus kümmern wird. "Wir werden hier einen lockeren Cafébetrieb mit freiem WLAN ebenso anbieten wie Sprachkurse für Flüchtlinge, aber auch Schulungen und Begleitung für die ehrenamtlichen Helfer", erzählt Gemeindeschwester Bettina Hahmann. Sie wollten, sagt sie, eine Anlaufstelle für Flüchtlinge, für Bürger und für Ehrenamtler schaffen. "Ohne die Ehrenamtler könnten wir einpacken. Uns ist bewusst, dass wir diese Menschen pflegen müssen", so Hahmann. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir das nicht alleine schaffen und haben eine wahnsinnige Unterstützung von den Mitgliedern des Netzwerks und von den Bürgern erhalten", sagt Pfarrer Reinzhagen.

120 Ehrenamtler helfen mit, die Einsatzlisten für Essensausgabe oder Alltagsbegleitung sind längst fertig. "Wir können hier nicht die Welt retten, aber wir können sie für ein paar Menschen erträglicher machen. An der großen Hilfs- und Spendenbereitschaft merkt man, dass Wald ein Dorf ist: Man kennt sich und unterstützt sich", so Reinzhagen.

Große Unterstützung erfahre die Kirchengemeinde auch von der Stadt: "Die Zusammenarbeit läuft sehr reibungslos und partnerschaftlich. Die Leute da machen wirklich einen super Job", so der Pfarrer.

Quelle: RP
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