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Solingen
Walder Kirche sieht Verkäufe als Chance

Solingen: Walder Kirche sieht Verkäufe als Chance
Blick- und Treffpunkt bei "Wald leuchtet" Anfang Oktober: die Walder Kirche im Zentrum des Stadtteils. FOTO: Guido Radtke
Solingen. Die Entscheidung des Presbyteriums, drei Gemeindehäuser zu verkaufen, stößt in der Gemeinde auf Zustimmung. Von Alexander Riedel

Pfarrer Bernd Reinzhagen nimmt kein Blatt vor den Mund: "Es tut sehr weh, uns von den Gebäuden zu trennen", gibt der Vorsitzende des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Wald zu. Und natürlich werde es ihm schwerfallen, in der Kirche am Weyer in absehbarer Zeit den letzten Gottesdienst abzuhalten. Eine gute Alternative zum Verkauf der Gemeindezentren an Corinthstraße, Weyer und Fuhr gebe es dennoch nicht. Schließlich fehlen jährlich rund 300.000 Euro in der Kasse der Gemeinde.

"Kirchmeister Sven Lemmer hat betont, dass man eben nur an Steinen oder am Personal sparen kann", sagt Reinzhagen. Und Letzteres habe die Gemeinde absolut vermeiden wollen. Sämtliche hauptamtliche Mitarbeiter bleiben in Lohn und Brot - und sollen in den verbliebenen Zentren an der Walder Kirche und in Mangenberg wirken.

Aus diesem Grund trafen die Pläne, die das Presbyterium nach seiner einmütigen Entscheidung in zwei Gemeindeversammlungen öffentlich vorstellte, auf Zustimmung. "Wir erleben keinen Abbruch, sondern einen Aufbruch", habe ein Gemeindemitglied die Ausführungen kommentiert. "Ich habe am Weyer geheiratet und unser Kind wurde dort getauft, insofern ist die Kirche dort schon ein Stück Lebensgeschichte", verrät Presbyter Sebastian Riege, "aber mir ist es wichtiger, dass der Pfarrer noch da ist als das Gebäude."

Es werde weiterhin ein breites Gottesdienstangebot geben, versichert Reinzhagen derweil - darunter seien auch die Schulgottesdienste, die eben an einen anderen Ort verlagert würden. Hauptstandort für Gottesdienste wird die Walder Kirche im Zentrum des Stadtteils sein. Zu speziellen Anlässen, etwa an hohen Festtagen oder im schulischen Rahmen, soll es sie aber auch am Mangenberg geben. Dass einige Gemeindemitglieder nach der Aufgabe der Gebäude, die Ende 2018 beginnen soll, einen etwas weiteren Weg zur Kirche haben werden, sieht Reinzhagen nicht als größeres Problem: Schließlich sei die Zahl derer, die zu Fuß den Gottesdienst aufsuchten, inzwischen sehr klein: "Die meisten kommen mit dem Auto."

Die Strukturveränderungen sollen auch neue Impulse in der Jugendarbeit bewirken: Zwar wird mit dem Gemeindehaus Corinthstraße auch das im selben Gebäude untergebrachte Jugendzentrum Poststraße schließen. Dafür will die Gemeinde ein derzeit leerstehendes Ladenlokal in der Walder Fußgängerzone anmieten, um darin einen neuen Jugendtreff einzurichten. "So etwas soll nicht in einem Keller oder Dachboden sein, sondern dort, wo Menschen es sehen", bekräftigt Pfarrer Stefan Ziegenbalg.

Auch für die Arbeit mit den Jüngsten soll es eine Lösung geben: Wenn die Kindertagesstätte Sternstraße innerhalb der nächsten drei Jahre ihre Pforten schließt, gilt es, zwei Gruppen an anderer Stelle unterzubringen. Dafür will die Gemeinde die Kindertagesstätte Wiedenhof erweitern. Die Kapazitäten auf dem Gelände seien vorhanden, betont Reinzhagen. Detaillierte Konzepte müssten allerdings erst noch erarbeiten werden.

Auf die Unterstützung aus der Gemeinde kann der Vorsitzende des Presbyteriums bei der Umsetzung der Zukunftspläne offenbar setzen, wie er betont: "Wir haben von den Anwesenden in der Gemeindeversammlung viele Anregungen aufgenommen."

Quelle: RP
 
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