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Solingen
Waren Kneipen-Räuber an Einbruchsserie beteiligt?

Solingen. Die Liste möglicher Taten wird immer länger - und die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass sie es in Solingen mit einer regelrechten Bande von kriminellen Jugendlichen zu tun haben könnten. Von Martin Oberpriller

Denn nachdem eine Gruppe junger Leute am vergangenen Wochenende eine Gaststätte an der Vockerter Straße mit einer Waffe überfallen und dabei die Wirtin des Lokales durch Schläge verletzt hat, haben Polizei und Staatsanwaltschaft nun die Vermutung, dass zumindest zwei der gefassten Verdächtigen auch an den Einbrüchen in Schulen sowie Kindergärten in den zurückliegenden Monaten beteiligt gewesen sein könnten.

In einer gemeinsamen Erklärung gaben Polizei und Staatsanwaltschaft gestern bekannt, drei der potenziellen Gaststättenräuber säßen jetzt in U-Haft. Wie berichtet, sollen die insgesamt fünf jungen Leute zwischen 15 und 20 Jahren am Sonntagabend zunächst die Kneipe überfallen haben. Und zudem wird ihnen zur Last gelegt, später in der Nacht auch noch äußerst brutal einen Kiosk in Wuppertal ausgeraubt zu haben.

In den Vernehmungen nach den Festnahmen stellte sich dann schnell heraus, dass jene drei Verdächtigen, die nun in U-Haft sitzen, in der Vergangenheit bereits durch ähnliche Taten aufgefallen waren. Und nach und nach verdichteten sich überdies Hinweise, wonach einige der nun geschnappten jungen Leute auch mit den Einbrüchen in Schulen und Kitas in Verbindung stehen.

Was zur Folge hat, dass sich die Zahl der Verdächtigen im Fall der Einbruchsserie weiter erhöht. Erst in der vergangenen Woche hatte die Polizei nämlich mehrere Jugendliche auf frischer Tat erwischt, als sie gerade ins Mildred-Scheel-Kolleg einbrachen. Insgesamt soll die Gruppe gleich für rund 40 solcher Taten seit Dezember verantwortlich sein.

Besonders pikant: Einer der zuletzt festgenommenen mutmaßlichen Einbrecher war im Januar zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, nachdem es das Gericht als erwiesen angesehen hatte, dass der Jugendliche schon bei einer ersten Einbruchsserie im zurückliegenden Jahr mit von der Partie gewesen war.

Tatsächlich hatten die Ermittler zuletzt nicht mehr ausgeschlossen, dass sich hinter den beiden Serien eine ganze Gruppe junger Leute verbergen könnte. Aus diesem Grund waren die polizeilichen Maßnahmen auch nach dem jüngsten Fahndungserfolg und dem Zugriff am Mildred-Scheel-Kolleg aufrechterhalten worden. Inwieweit noch weitere Tatverdächtige gefunden werden können, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben.

Quelle: RP