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Tönisvorst
Geisterstunde mit speziellen Effekten

Tönisvorst: Geisterstunde mit speziellen Effekten
Die Premiere war ein voller Erfolg: Die Laiendarsteller der Vorster Amateurtheatergruppe "Salz und Pfeffer" haben gezeigt, dass sie die Schauspielkunst auch bei anspruchsvolleren Stücken beherrschen. FOTO: Pr�men, Norbert
Tönisvorst. Gut 500 Zuschauer haben sie bereits gesehen, die Jubiläumsaufführung der Laienspielgruppe "Salz und Pfeffer". Zweimal zeigte das Ensemble am Wochenende im ausverkauften Haus Vorst das Stück "Mumpitz um Mitternacht". Von Stephanie Wickerath

Etwas Besonderes hat sich das Ensemble von "Salz und Pfeffer", der Laienspielgruppe der Kolpingfamilie Vorst, zum Jubiläum ausgedacht: Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Gruppe sollte es mal kein Schwank, sondern ein etwas anspruchsvolleres Theater sein. Eine Herausforderung für die Hobbyschauspieler. Um es vorweg zu nehmen: Die Premiere ist gelungen. Die Laiendarsteller haben gezeigt, dass sie die Schauspielkunst auch bei anspruchsvolleren Stücken beherrschen.

Spielleiter Wolfgang Arretz verhehlt aber nicht, dass das Schauspiel "Mumpitz um Mitternacht" das Ensemble an eine Grenze gebracht habe. "Besonders die Technik und das Zusammenspiel von Spezial-Effekten, Text und Gestik haben uns Kopfschmerzen bereitet", gibt Arretz zu. So gibt es einen Servierwagen, der wie von Geisterhand über die Bühne fährt, Bücher fallen aus Regalen, Blitz und Donner werden eingespielt. All das muss natürlich zeitlich passend zum Text oder zur passenden Geste geschehen.

Viele Proben waren dafür nötig, aber die Mühe hat sich gelohnt. Auch wenn das Schauspiel ein paar Längen hat und nicht so viel gelacht wird, wie bei den anderen Aufführungen der Gruppe, am Ende sind die Zuschauer begeistert und zollen den Darstellern auf der Bühne und den Helfern hinter der Kulisse Respekt für diese Leistung. Zum Erfolg des Stücks hat auch der Vorster Schreiner Stefan Hallecker beigetragen, der gemeinsam mit Wolfgang Arretz das Bühnenbild gebaut hat. Das ist nicht nur schön anzusehen, sondern ermöglicht einen optischen Trick: Geist Hugo kann scheinbar durch die Wand gehen.

Aber nicht alles ist anders bei der diesjährigen Aufführung von "Salz und Pfeffer". So erkennen die Zuschauer - wenn auch erst bei genauerem Hinsehen - unter Perücke und Verkleidung in Roxanne, dem Medium, das Geisterbeschwörungen zur Geisterstunde anbietet, Ingrid Kox wieder, die fast immer eine der weiblichen Hauptrollen hat. Und auch Heinz-Josef Köhler, der meistens die männliche Hauptrolle spielt, ist zu erkennen - das allerdings nur an der Stimme und der Vorster Mundart, auf die der Vorsitzende des Heimatvereins bei seinen Rollen auf der Bühne Wert legt. Außerdem mit dabei: Melanie Arnolds als sympathische Nichte Kathi, Thomas Wenders als überzeugend ängstlicher, unsicherer Witwer Johannes, Gudrun Heidenfels als herrlich überdrehte Nachbarin Violetta, Stefanie Floeth als zarte Schriftstellerin Josi, Thomas Nellen, der seinen Geisterjäger O'Melly mit breitem amerikanischen Dialekt ausstattet, Jörg Boymanns, der einen sensationslustiger Reporter vom "Tönisvorster Tageblatt" mimt, Ulrich Leusch, der dem Ganoven Egon etwa Durchtriebenes gibt, und Wolfgang Arretz, der den kleinkarierten Beamten Dr. Kohlschreiber überzeugend verkörpert.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Das Geschäft, das "Geisterbeschwörerin" Roxanne gemeinsam mit ihrer Nichte Kathi betreibt, läuft mehr schlecht als recht, bis eines Tages bei einer der Mitternachtssitzungen tatsächlich ein Geist erschient, den allerdings nur Roxanne sehen und hören kann. Geist Hugo bringt den Frauenhaushalt gehörig durcheinander, ruft einen Geisterjäger und einen akribischen Beamten auf den Plan. Schließlich aber wendet sich durch Hugos Anwesenheit das Blatt für alle Beteiligten zum Guten. Dass "Salz und Pfeffer" noch ein bisschen Lokal-Couleur einfließen lässt, ist das Tüpfelchen auf dem i.

Quelle: RP
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