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Tönisvorst
Lebensretter im Rathaus ausgezeichnet

Tönisvorst: Lebensretter im Rathaus ausgezeichnet
Der DRK-Ortsverein Tönisvorst ehrte verdiente Blutspender. Eine besondere Auszeichnung ging an Helmut Demers (Mitte mit Urkunde), der in den vergangenen 55 Jahren 175 Mal Blut gespendet hat. FOTO: DRK
Tönisvorst. In feierlichem Rahmen ehrte der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Tönisvorst treue Blutspender. Darunter war auch Helmut Demers, der in den vergangenen 55 Jahren fast 90 Liter Blut gespendet hat. Von Stephanie Wickerath

Das hat auch Wilma Jansen, die seit etlichen Jahren die Blutspender bei den Terminen in der Vorster Grundschule betreut, selten erlebt: 175 Mal hat der St. Töniser Helmut Demers beim Deutschen Roten Kreuz unentgeltlich Blut gespendet. 87,5 Liter kamen so im Laufe der Jahre zusammen. Für diese außergewöhnliche Treue zum Roten Kreuz und die besondere Leistung bekam der 75-Jährige jetzt ein Verdienstkreuz von Thomas Goßen, Bürgermeister von Tönisvorst und Vorsitzender des DRK-Ortsvereins.

Wie jedes Jahr vor dem ersten Advent hat der Ortsverein seine treuen Blutspender wieder in den großen Saal des Vorster Rathauses eingeladen, um den Spendern mit Urkunden, Ehrennadeln und Präsentkörben Danke zu sagen. 17 Ehrengäste standen in diesem Jahr auf der Liste und etliche kamen ins Rathaus, um die Urkunden und Körbe entgegen zu nehmen und in gemütlicher Runde bei Häppchen, Kaffee und Sekt miteinander zu plaudern.

Dass in diesem Jahr besonders viele Vorster Bürger unter den zu Ehrenden waren, freute Wilma Jansen besonders. Persönlich begrüßte die DRK-Vertreterin die Gäste und hielt den einen oder anderen Plausch. "Die Zahl der Blutspender ist bei uns in diesem Jahr gestiegen", sagte Wilma Jansen stolz. Das liege sicher auch daran, dass die Mitglieder des Ortsvereins viele persönliche Kontakte zu den Spendern pflegten und bei den Blutspende-Terminen immer eine nette Atmosphäre herrsche.

Das war auch bei der Feierstunde im Vorster Rathaus nicht anders. Helmut Demers jedenfalls, der Ehrengast des Tages, fühlte sich wohl in der geselligen Runde. "Ich hatte immer eine enge Bindung zum Roten Kreuz, meine Tanten waren viele Jahre hier aktiv", erzählte der 75-Jährige. Auch seine Eltern seien bereits regelmäßig zur Blutspende gegangen. Dass Helmut Demers aber selber ein so eifriger Spender wurde, hing mit einem traurigen Erlebnis zusammen. "Ich habe vor vielen Jahren einen schlimmen Unfall mit mehreren Schwerverletzten gesehen", erzählte der Senior. "Da wurde mir plötzlich bewusst, dass jeder ganz schnell in eine Lage kommen kann, in der sein Leben von einer Blutkonserve abhängt."

So gesehen hat Helmut Demers viele Leben gerettet. Das betonte auch Thomas Goßen in seiner Ansprache: "Wir sagen Danke im Namen all derer, denen Sie mit ihrer Blutspende geholfen haben." 175 Blutspenden - das seien 175 Chancen für Menschen, wieder gesund zu werden. "Besonders in der Krebstherapie werden viele Blutkonserven gebraucht, die wir ohne Sie nicht zur Verfügung stellen könnten", sagte der Vorsitzende.

Helmut Demers und die anderen Geehrten sahen in ihrer Spendenbereitschaft nicht nur die gute Tat. "Dass ich noch so fit bin und mich so wohl fühle, hat vielleicht auch damit zu tun, dass mein Blut sich immer wieder erneuern muss", sagte der 75-Jährige. Außerdem sei mit der Spende ein regelmäßiger Bluttest verbunden, denn bevor das DRK die Blutspende weiterleitet, wird die Konserve gründlich untersucht. "Es ist also für alle Beteiligten eine gute Sache", findet Helmut Demers.

Eine gute Sache ist auch die Tatsache, dass Helmut Demers und Dietmar Nilges, der für seine 125. Spende geehrt wurde, auf den großen Präsentkorb verzichteten und das DRK baten, das Geld, das sonst für den Korb und dessen Inhalt ausgegeben worden wäre, dem Vorster Medikamentenhilfswerk Action Medeor zu spenden.

Quelle: RP
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