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Tönisvorst
Mitarbeiter finden und binden

Tönisvorst: Mitarbeiter finden und binden
Rund 60 Gäste kamen zum Unternehmerfrühstück. FOTO: W. KAISER
Tönisvorst. Handwerker und Unternehmer beim gemeinsamen Frühstück "TönisVorst um 8" im Café Papperlapapp in Vorst. Von Heribert Brinkmann

Das Kulturcafé Papperlapapp in Vorst war wieder einmal die gelungene Kulisse für das Unternehmerfrühstück "TönisVorst um 8". Rund 60 Handwerker und Unternehmer - von 70 Zusagen - hatten den Weg dorthin gefunden. Und auch wenn Papperlapapp landläufig als "leeres Gerede" verstanden wird, wurde an den Tischen mehr als nur Smalltalk gepflegt. Sonst wäre der Zuspruch zu dieser Reihe von Wirtschaftsförderer Markus Hergett nicht so konstant hoch, wie er ist,

Gestern hatten die Stadt Tönisvorst und die Sparkasse Krefeld zu "TönisVorst um 8" eingeladen. Die Sparkasse stellte auch den Referenten, der neudeutsch die Keynotes zu Beginn der Zusammenkunft hielt. Hartmut Bormann sprach zum Thema "Mitarbeiter finden - Mitarbeiter binden". Auf seinen Charts war deutlich die Rentenwelle ab 2020 zu sehen, die Zeit, in der die starken Jahrgänge der Babyboomer-Generation in den Ruhestand gehen. Durch die gesunkene Geburtenrate sei absehbar, dass es für gute Arbeitskräfte zu einem Wettbewerb der Unternehmen kommen werde ("war of talents").

Ist der richtige Mitarbeiter gefunden, komme es darauf an, ihn auch zu halten. Denn jede Kündigung eines Mitarbeiters oder der Weggang eines Azubis in einen anderen Betrieb bedeuteten Verlust von Know-how, verlorene Ausbildungskosten und teure Neueinstellungen. Und wenn gerade die Jungen nach der Ausbildung gingen, müsse der Betrieb darauf achten, dass die Belegschaft nicht überaltere. Ein Klassiker der Instrumente, gute Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, ist die Betriebliche Altersvorsorge. Für Mitarbeiter, die im Außendienst tätig sind, seien Firmenwagen interessant, ebenso eine Firmenkreditkarte. Bormann wies aber besonders auf die Möglichkeit hin, den eigenen Mitarbeitern auch eine Gesundheitsvorsorge zu bieten. So könnten die Beschäftigten etwa gegen Erwerbsunfähigkeit versichert werden, oder über den Betrieb eine Zusatzversicherung für Zahnbehandlung und Brillen erhalten. Selbst der Masseur im Betrieb, der für kleines Geld gebucht werden kann, werde positiv wahrgenommen.

In der anschließenden Diskussion ging es auch darum, dass bei vielen Mitarbeitern der jungen Generation das Monetäre oft in den Hintergrund trete. Auch sei die "Generation Smartphone" nicht mehr unbedingt mit einem Dienstwagen zu ködern. Generell und für alle Altersgruppen gelte, hieß es aus dem Kreis der Zuhörer, dass Kriterien wie Eigenverantwortung, gutes Betriebsklima und allgemeine Wertschätzung für die Bindung von Mitarbeitern ans Unternehmen genauso wichtig wären.

Auch wenn Bürgermeister Thomas Goßen wegen eines anderen Termines relativ schnell die Veranstaltung verlassen musste, blieben die Tische im Café Papperlapapp lange gut besetzt, die Reihen lichteten sich relativ spät. Die Neuen, die gestern erstmals dabei waren, und die vielen "Wiedergänger" haben dabei eifrig ihre Visitenkarten ausgetauscht.

Quelle: RP
 
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