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Tönisvorst
Rathaus-Türen stehen für Sportler offen

Tönisvorst: Rathaus-Türen stehen für Sportler offen
2014 gab es die - vorerst - letzte Sportlerehrung in Tönisvorst. Ausrichter war der Stadtsportverband, der sich inzwischen wegen mangelnder Finanzierung aufgelöst hat. FOTO: ACHIM HÜSKES
Tönisvorst. Im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport nimmt Bürgermeister Thomas Goßen Stellung zu den Vorwürfen, die Vertreter der Tönisvorster Sportvereine in ihrer Versammlung Anfang des Monats öffentlich geäußert hatten. Von Stephanie Wickerath

Bürgermeister Thomas Goßen ist sauer. "Es wäre schön gewesen, wenn Vertreter der Sportvereine mit uns gesprochen hätten, statt über uns", sagt Goßen im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport. Er sei mehr als verwundet gewesen, als er der Presse entnommen habe, dass die Vereine sich vor allem finanziell von der Stadt im Stich gelassen fühlen.

In der Hoffnung, dass Vereinsvertreter zur Ausschusssitzung kommen, hat Goßen einen Auszug aus dem städtischen Haushalt mitgebracht, der belegt, dass die Stadt zwischen 2013 und 2017 mehr als 700.000 Euro in Sportstätten und Sporthallen investiert hat. Brandschutz, LED-Beleuchtung, Sanierung eines Tennenplatzes waren einige der Arbeiten, die die Stadt finanziert hat. Maßnahmen in Höhe von 1,2 Millionen Euro seien in den nächsten Jahren geplant, teilt der Bürgermeister mit.

Von dem Geld werden vor allem die Dächer der Vorster Turnhallen erneuert, aber auch die Rosentalhalle und die Dreifachturnhalle am Schulzentrum St. Tönis stehen auf der Liste. "Und bei diesen ganzen Ausgaben sind die Unterhaltungskosten für die Sportstätten nicht mal eingerechnet", sagt der Ausschussvorsitzende Helmut Drüggen. "Die Zahlen zeigen, dass die Stadt eine ganze Menge für den Sport tut und viel Geld in die Sportstätten investiert", sagt Drüggen, der findet, das habe Anerkennung verdient.

Vertreter der Sportvereine hatte bei ihrer Versammlung Anfang November, zu der der Bürgermeister und die Kämmerin bewusst nicht eingeladen worden waren, bemängelt, die viele ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen und die guten Leistungen der Sportler würden von der Verwaltungsspitze nicht gewürdigt. "Wir fühlen uns seit Jahren von der Stadt vernachlässigt", hatte Helmut Thommessen, Vorsitzender des SV St. Tönis, moniert.

So gebe es keine Sportlerehrung mehr in Tönisvorst und die finanzielle Unterstützung für die Übungsleiterausbildung sei ebenfalls eingestellt worden. Thomas Goßen, Kuratoriumsmitglied der Sparkassenstiftung, habe sich eindeutig nicht genug für die Sportvereine eingesetzt, warf SV-Finanzwart Heinz-Gerd Stroecks dem Bürgermeister vor.

Im Fachausschuss, zu dem kein Vertreter der Sportvereine gekommen war, sagt Christa Voßdahls, die als SPD-Politikerin an der Sportlerversammlung teilgenommen hatte, dass den Vereinen gar nicht klar sei, wieviel Geld die Stadt investiere, damit Training, Spiele und Wettkämpfe überhaupt möglich sind. "Auch müssen wir den Vereinen sagen, dass sie eine Holschuld haben und die Stadt nicht in der Bringschuld steht", sagt Voßdahls. Gerne seien die Ausschussmitglieder bereit, helfend zur Seite zu stehen, wenn Anträge formuliert werden sollen oder ähnliches.

"Es wäre auch schön, wenn wir einen Vertreter, der für alle Vereine sprechen kann, als sachkundigen Bürger im Ausschuss begrüßen könnten", sagt Michael Lambertz von der UWT. Auch Bürgermeister Goßen betont, dass die Türen im Rathaus für Gespräche miteinander immer offen stünden. Gespräche übereinander würde er in Zukunft hingegen gerne vermeiden.

Quelle: RP
 
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