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Tönisvorst
Schüler werfen Berg voller Müll weg

Tönisvorst: Schüler werfen Berg voller Müll weg
In einem Flur haben die Schüler 401 Einwegplastikflaschen gesammelt. Das ist die Menge, die alleine die Sekundarstufe I unserer Schule durchschnittlich pro Tag wegwirft. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. "Für eine bessere Zukunft" heißt das Projekt, das Achtklässler des Michael-Ende-Gymnasiums ins Leben gerufen haben. Sie wollen die Umweltbilanz der Schule verbessern und eine Photovoltaikanlage finanzieren. Von Stephanie Wickerath

Oscar, Mayra, Sofia und die anderen aus der Gruppe haben ein großes Ziel: "Wir wollen an einem Wettbewerb zum Thema 'Klimafreundliche Schule' teilnehmen", erzählen die Achtklässler des Tönisvorster Michael-Ende-Gymnasiums, "und wenn wir gewinnen, kaufen wir von dem Preisgeld eine Photovoltaikanlage für das Schulzentrum."

Einiges, was sie für die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb qualifiziert, haben die Schüler der Klasse 8d schon vorzuweisen. "Wir haben Vorträge für die Jahrgangsstufen fünf bis neun gehalten und erklärt, wie jeder klimafreundlicher leben kann", sagt Sofia. Die elektronischen Geräte abends nicht auf der Stand-by-Funktion stehen zu lassen, sondern wirklich vom Stromnetz zu nehmen, sei ein Punkt, sagt Oscar. Zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Bus zur Schule zukommen, statt sich von den Eltern im Auto fahren zu lassen, ein anderer, sagt Mayra.

Auf die Thematik aufmerksam geworden sind die 13- und 14-Jährigen im Biologie-Unterricht bei Lehrer Rene König. "Wir haben in einem Film den Magen eines toten Seevogels gesehen", erzählt Oscar, "der war voller Plastik und daran ist der Vogel auch gestorben." Und das, fügt Mayra hinzu, "obwohl der Vogel auf einer Insel gefunden wurde, die gar nicht von Menschen bewohnt ist." Dafür zu sorgen, dass in der Schule weniger Plastikmüll produziert wird, ist deshalb ein wichtiges Ziel der Klimaschutzgruppe. In einem Flur haben die Schüler 401 Einwegplastikflaschen gesammelt. "Das ist die Menge, die alleine die Sekundarstufe I unserer Schule durchschnittlich pro Tag wegwirft", erklärt König. Hinzu kämen 88 Plastiktüten pro Tag.

Viel haben die Achtklässler schon erreicht. So haben die "Umweltwächter", die in der Unter- und Mittelstufe eingesetzt sind und immer wieder abfragen, wer mit dem Auto gebracht wurde, wer eine Plastiktüte dabei hat und wer aus einer Einweg-Plastikflasche trinkt, festgestellt, dass durch die Aufklärung bereits mehr Schüler wiederverwendbare Trinkflaschen mitbringen und ihre Pausenbrote in Butterbrotdosen legen, statt sie in Alufolie einzuwickeln oder in eine Plastiktüte zu stecken. Außerdem sei die Anzahl der Schulhefte aus Recycling-Papier gestiegen, weiß Lehrer König.

"Und wir haben auf dem Schulgelände Bäume gepflanzt", erzählt Sofia. Zwei Bäume haben die Schüler über Spenden finanziert, die sie selber gesammelt haben, einen großen Baum hat die Sparkasse Krefeld gesponsert. Horst Klausmann, Leiter des Sparkassen-Finanzcenters St. Tönis, hat außerdem ein Spendenkonto für das Projekt eingerichtet (siehe Infokasten). "In den nächsten Tagen werden wir in der Filiale noch ein Sparschwein für Kleingeld aufstellen", sagt Klausmann.

Auch vor den Supermärkten der Stadt haben die Achtklässler bereits Werbung für ihr Projekt gemacht und Spenden gesammelt. Wenn es für die Photovoltaikanlage nicht reicht, sollen weitere Bäume von dem Geld gekauft und gepflanzt werden. Der Biolehrer erzählt, dass die Schüler der 8d überrascht bis geschockt gewesen seien, als sie im Unterricht das Ausmaß der Vermüllung durch Plastik und die Folgen des Klimawandels vor Augen geführt bekamen. "Vielen war nicht bewusst, wie schlimm es schon ist und wie unmittelbar die Katastrophe vor der Türe steht", sagt König.

Quelle: RP
 
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