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Tönisvorst
Wasserschäden in der Taufkapelle

Tönisvorst: Wasserschäden in der Taufkapelle
Dr. Hans Weinand und Rolf Laurentius vom Kirchenbauverein: Eine Fotoausstellung in der Pfarrkirche St. Cornelius in St. Tönis dokumentiert, welche Schäden bereits saniert sind und welche Arbeiten noch folgen sollen. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Nach Dachstuhl, Nordseite, südlichem Querschnitt und Altarraum ist jetzt die Taufkapelle an der Reihe. Die Sanierung der Pfarrkirche St. Cornelius schreitet voran. Ein gutes Jahr werden die Arbeiten aber noch andauern. Von Stephanie Wickerath

Dr. Hans Weinand ist eigentlich Mediziner. Für die Sanierung der St. Töniser Pfarrkirche aber hat der 75-Jährige sich intensiv mit Architektur und Bauwesen beschäftigt. "Mein Sohn ist Bauingenieur, ihn habe ich häufiger zu Rate gezogen", sagt Weinand, der vor fünf Jahren den Kirchbauverein St. Cornelius mitgegründet hat und seitdem dessen Vorsitzender ist.

Nicht nur neues Wissen, auch viele Spenden haben Weinand und seine Mitstreiter in den vergangenen Jahren gesammelt. Mit rund 50.000 Euro konnte der Kirchbauverein die katholische Pfarre bereits unterstützen. Zurzeit zeigt der Kirchbauverein eine Fotoausstellung in der Pfarrkirche, die dokumentiert, welche Schäden bereits saniert sind und welche Arbeiten noch folgen sollen.

"So wollen wir auch auf unseren Verein aufmerksam machen, in der Hoffnung, weitere Unterstützer zu finden", sagt Dr. Wolfgang Kutz, der stellvertretende Vorsitzende. Dabei wollen die Initiatoren auch Nicht-Christen gewinnen. "Schließlich ist die Pfarrkirche St. Cornelius eines der Wahrzeichen von St. Tönis, an dessen Erhalt sicher viele Bürger interessiert sind", sagt Kutz.

Aber dafür wird Geld gebraucht. Gut 1,3 Millionen Euro kosten die Sanierung der 113 Jahre alten Kirche im Ortsmittelpunkt voraussichtlich. "Zwar trägt das Bistum 70 Prozent der Kosten, aber für die Pfarre bleibt immer noch eine Belastung von mehr als 400.000 Euro", sagt Weinand. Fast alle Schäden, die die Gutachter aufgelistet haben, befinden sich im Dach. Und dort haben die Sanierungsarbeiten 2012 auch begonnen. Durch unzulängliches Baumaterial, mit dem 1945 die Kriegsschäden behoben wurden, Löcher im Dach und falsch verlegte Dachpfannen, konnte viele Jahre lang Wasser in das Gebäude eindringen. Der Bimsstein des Dachgewölbes hat sich dadurch ausgedehnt, das Holz ist morsch und faul, die Wände feucht und mit Pilz befallen. "Mehrere Balken, auch tragende, mussten in der Dachkonstruktion ausgetauscht werden", so Weinand.

Außerdem wurde an Balken in der Vierung der Holzwurm gefunden. "Die Vierung wird auch eine Großbaustelle", prophezeit Weinand. Vermutlich müsse dafür aber kein Gerüst im Kircheninneren aufgebaut werden. Zunächst aber gehen die Restauratoren jetzt die Taufkapelle an. "Das Dach muss erneuert werden, alleine dafür sind 40.000 Euro veranschlagt, im Gewölbe und an den Wänden sind Wasserschäden, und es muss eine Lösung her für den schwankenden Turm", listet der Vorstand auf.

Der Turm der Taufkapelle habe sich nämlich bereits in den 1960er-Jahren, als neue Glocken kamen, vom Hauptgebäude gelöst. Der Grund: Beim Schlagen der mehrere Tonnen schweren Glocken schwankt der Turm. "Durch Gegengewichte und optimale Einstellung der Glocken konnte die Schwankung minimiert werden, sie ist aber immer noch messbar", sagt Weinand, der sich intensiv mit der Thematik beschäftigt und eine gewisse Leidenschaft für das Thema entwickelt hat. "Durch die Schwankung haben sich Steine gelockert und das Dach hat sich gelöst", weiß der St. Töniser.

Abgeschlossen sind die Arbeiten nach der Sanierung der Taufkapelle und des Turms über der Vierung indes noch lange nicht. Auch das Hauptschiff müsse noch angegangen werden. Und dann werde voraussichtlich auch wieder ein Gerüst im Inneren der Kirche stehen. Aber daran haben sich die Gottesdienstbesucher ja mittlerweile gewöhnt.

Quelle: RP
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