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Tönisvorst
Wenige Ideen zum Thema Verkehr

Tönisvorst: Wenige Ideen zum Thema Verkehr
Die Tatsache, dass die Autos, die zum Kirchplatz möchten, die Fußgängerzone in St. Tönis überqueren müssen, empfinden viele Politiker - und Bürger - als störend. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. Unzufrieden mit den Verkehrsflüssen in der St. Töniser Innenstadt sind die Lokalpolitiker. Vertreter von SPD und CDU forderten deshalb von der Verwaltung ein Konzept. Im Fachausschuss wurde das jetzt vorgestellt. Von Stephanie Wickerath

Um es gleich vorwegzunehmen: Bahnbrechende Ideen, wie der Autoverkehr aus der Innenstadt herausgehalten werden kann, gibt es nicht. "Wir können die Kirchstraße und den Kirchplatz nicht autofrei machen, weil viele der Anwohner dann keine Möglichkeit mehr haben, zu ihren Häusern zu kommen", stellt Wolfgang Schouten, Leiter des Ordnungsamts, im Bau- und Verkehrsausschuss klar.

Politiker aller Couleur hatten in der Vergangenheit gefordert, die Verkehrssituation im Ortskern von St. Tönis zu verbessern. Die Tatsache, dass die Autos, die zum Kirchplatz möchten, die Fußgängerzone überqueren müssen, empfinden viele Politiker - und Bürger - als störend. Weitere Punkte auf der Liste der Verbesserungswünsche sind der Verkehr auf dem Inneren Ring, also der Ringstraße, Schulstraße, Niedertorstraße, Viersener Straße und Dammstraße, sowie die Situation für Fußgänger, die die Ringstraße in Höhe des Supermarkts überqueren möchten.

Der Reihe nach: "Wir sind selber erstaunt, wie viele Autos in die Kirchstraße und um den Kirchplatz herumfahren", sagt Wolfgang Schouten. Fest stehe, dass es sich dabei nicht nur um Anwohner handle. "Dazu sind es viel zu viele", sagt der Ordnungsamtsleiter. Um Autofahrer, die keine Anwohner sind, aus dem Bereich herauszuhalten, müsste die Verwaltung alle Anwohner mit einem Ausweis ausstatten, der die Einfahrt erlaubt. "Das ist ein hoher technischer Aufwand und erfordert viele Kontrollen", sagt Schouten. Das Hinweisschild "Anwohner frei" aufzustellen, bringe nichts. "Sowas wird ignoriert", weiß der Verwaltungsmann.

Im Raum stehe noch die Idee, am Kirchplatz ein Anwohnerparken einzurichten. Diese Maßnahme könnte zumindest Parkplatzsucher aus dem Innenstadtkern heraushalten. "Aber wir sollten das Verkehrskonzept für diesen Bereich auf Eis legen, bis der Neubau an der alten Schule fertig ist", schlägt Schouten vor. Eventuell gebe es dann die Möglichkeit, den Verkehr, der in die Kirchstraße hineinfährt, über den Alten Markt und die Kaiserstraße abfließen zu lassen. Die Politiker begrüßen diese Möglichkeit und wollen sich 2018 erneut mit dem Problem beschäftigen.

Was den "Inneren Ring" betreffe, sei es keine Lösung, nach Kempener Vorbild eine Einbahnstraßenregelung zu schaffen. "Das wäre mit hohen Kosten verbunden und würde keine Verbesserung des Verkehrsflusses bringen", ist Schouten sicher. Vielmehr würde es dazu führen, dass der Verkehr ansteige, weil Autofahrer auf Parkplatzsuche unter Umständen eine ganze Runde drehen müssten, bis sie an ihrem Wunschparkplatz seien.

Wie in den vergangenen Diskussionen auch, erteilt Schouten einem Fußgängerüberweg für die Ringstraße in Höhe des Supermarktes erneut eine Absage. "Uns fehlt der Bürgersteig auf der einen Seite", sagt Schouten. Es sei nicht zulässig, einen Zebrastreifen in eine Warenannahme oder auf einen Parkplatz zu führen. "Das ist ein Sicherheitsrisiko." Und für einen Fußgängerinsel in der Mitte sei die Straße zu schmal. "Hinzu kommt, dass nicht viele Fußgänger die Ringstraße in diesem Bereich queren", beharrt der Ordnungsamtsleiter. Die Politiker sehen das anders und fordern erneut eine Verbesserung der Situation für Fußgänger auf der Ringstraße.

Quelle: RP
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