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Viersen
550 Schüler probieren erste Experimente aus

Viersen: 550 Schüler probieren erste Experimente aus
Kupfermünzen mit einer Goldschicht verzieren: Grundschüler können am Albertus-Magnus-Gymnasium zu Alchemisten werden. FOTO: Busch
Viersen. Wie kann ich eine Münze vergolden? Warum frieren Eisbären nicht? Zwei Fragen, die Drittklässler bei den Experimentiertagen am Albertus-Magnus-Gymnasium selbst klären können Von Daniela Buschkamp

Die Alchemisten suchten nach Gold. Die Drittklässler der Grundschule Rahser haben es gestern im Albertus-Magnus-Gymnaisum gefunden - zumindest erfuhren die 56 Mädchen und Jungen bei einem Experiment in den Chemieräumen, wie sie eine Kupfermünze mit einer glänzenden Schicht aus "Gold" überziehen können. Und dieser vielfach gelungene Versuch am Bunsenbrenner sorgte für strahlende Gesichter. "Voll spannend", sagt Luca, nachdem er die Münze mit einem Tuch poliert hat. Das Geldstück kann der Grundschüler als Glückstaler mit nach Hause nehmen.

Rund 550 Drittklässler aus Viersen, Dülken, Boisheim, Süchteln, Brüggen, Schwalmtal und Nettetal-Kaldenkirchen nehmen noch bis Freitag die Chance zum Experimentieren am Dülkener Gymnasium wahr. "Wir haben vor drei Jahren mit dem Projekt begonnen", sagt Unterstufenkoordinatorin Anke Aretz. Nach positiven Erfahrungen mit Grundschul-Forschertagen an anderen bischöflichen Gymnasien wollte man diese auch am Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) anbieten. Anfangs kamen rund 200 Grundschüler in die naturwissenschaftlichen Räume. Jetzt ist mit 550 Anmeldungen ein Teilnehmerrekord erreicht. "So viele Kinder waren es noch nie", sagt die Unterstufenkoordinatorin. Deshalb habe man einen zusätzlichen Tag eingeplant.

Auch für die eigenen Gymnasiasten sind die Tage ein Experiment: Sie testen ihre Fähigkeiten als Betreuer wie Neuntklässlerin Gina und Klassenkameradin Filareti. Die Jugendlichen kümmern sich um die Gäste aus der Grundschule Rahser: Sie weisen auf die notwendigen Schutzbrillen hin, helfen bei der ungewohnten Bedienung des Bunsenbrenners und zeigen, wie man vorsichtig die Kupfermünze in die warme Zinklösung taucht. "Vorsichtig beim Herausnehmen", mahnen die älteren Schülerinnen. Warum Gina als Betreuerin mithilft: "Die Experimente hier gefallen mir besser als die mit Asseln in Biologie. Und es ist toll, die Begeisterung der Kinder zu sehen." Das können Maurice und Jan bestätigen: "Wir helfen ihnen, ihre eigenen Erfahrungen zu machen."

Ob goldene Münzen oder Geheimtinte in der Chemie, der Aufbau einer Ampelschaltung für Fußgänger und für Autos in der Physik, die Beschäftigung mit speziell gezüchteten Asseln oder der Frage: "Warum friert der Eisbär nicht?" in der Biologie: In den Fachräumen konnten die Grundschüler selbst forschen. "Für viele Kinder ist es das erste Mal, dass sie physikalische Experimente machen", sagt Beate Echelmeyer, Lehrerin für Mathe und Physik. Auch das Smartboard im Physikraum habe die Besucher sehr beeindruckt. - "Unsere Schüler können hier etwas anderes erfahren als im Sachunterricht", ergänzt Schahla Marandi-Jansen, Lehrerin der Grundschule Rahser. In der Grundschule werden naturwissenschaftliche Phänomene im Sachunterricht behandelt, Experimente gebe es selten. "Die Kinder sind davon beeindruckt", sagt die Grundschulpädagogin.

Zwei Stationen können die Grundschüler absolvieren und erhalten eine Urkunde. Was sie jetzt wissen: Warum das Fell den Eisbären vor kaltem Wasser schützt - auch wenn Hundehaare für ihre Experimente genügt haben. Wie Dagobert Duck können sie einen glänzenden Glückstaler ihr eigen nennen: Basis für (Wissens-)Reichtum. Fast wie bei den Alchemisten.

Quelle: RP
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