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Viersen
Archiv gibt Tipps zu Grundbesitz und Ahnenforschung

Viersen. Die "Realisationsprotokolle des Schöffengerichtes Viersen 1680 - 1798" liegen mit dem fünften Band jetzt vollständig vor. Von Ingrid Flocken

"Prothocollum Realisationis der Heerlyckheydt Vierssen" - die "Realisationsprotokolle des Schöffengerichtes Viersen 1680 - 1798" liegen jetztmit dem fünften Band vollständig vor. Herbert Josef Klemens Söthe, Verwaltungsbetriebswirt aus dem westfälischen Ahaus und seit vier Jahrzehnten mit Familienforschung befasst, hatte sich daran gemacht, die im damals hier gebräuchlichen Limburger Dialekt verfassten - heute würde man sagen notariellen - Protokolle über Immobiliengeschäfte in Viersen zu erforschen, zu übersetzen und in eine für alle lesbare Dokumentation zu übertragen. Anlass für ihn war die eigene Familienforschung, denn seine Urgroßmutter mütterlicherseits wurde 1863 als Tochter eines Seidenwebers in Viersen geboren. In Zusammenarbeit mit Stadtarchivar Marcus Ewers hat Söthe es geschafft, alle Protokolle, die sich auf juristische und wirtschaftliche Vorgänge am Gericht beziehen und Auskunft über Einkommensverhältnisse der Viersener, Steuerlisten, Grundbesitz Erbangelegenheiten, Testamente oder Hypotheken geben, zusammenzufassen. Wer jetzt etwas über sein Haus oder den Grundbesitz seiner Ahnen erfahren möchte, kann dies anhand einer alphabetischen Namensliste mit entsprechenden Quellenangaben im Stadtarchiv Viersen.

"Die meisten ahnen was, aber keiner weiß etwas", beschreibt Erster Beigeordneter Dr. Paul Schrömbges, weshalb er hofft, dass sich so mancher Viersener nun für den Besitz seiner Vorfahren interessieren wird. Söthe selbst hat seine eigenen Arbeiten als Grundlage für die Biografien seiner Ahnen genommen. "Es ist Sozialgeschichte pur", meint er, "doch diese endet 1798, weil dann die Franzosen kamen." Den Begriff "Realisation" übersetzt er als Begriff des Grundvermögens, das, was es wirklich gibt, was "real" ist. Mit dem jetzt vorgestellten fünften Band ist die Reihe vollständig, jeder Band ist für 15 Euro im Stadtarchiv erhältlich. Es werden jeweils nur kleine Auflagen gedruckt, so dass Interessenten schnell zugreifen sollten.

Quelle: RP
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