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Viersen
CDU: Herausforderung durch Flüchtlingspolitik

Viersen: CDU: Herausforderung durch Flüchtlingspolitik
Anne Kolanus, Vorsitzende der CDU in Alt-Viersen. FOTO: Chr
Viersen. Dass die Flüchtlingspolitik nicht nur in Berlin diskutiert wird, sondern vor allem die Menschen vor Ort bewegt, wurde bei der jüngsten Infoveranstaltung der CDU Alt-Viersen deutlich. "Wir wollten unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich aus erster Hand über Zahlen, Fakten und die kommunale Praxis zu informieren", erklärt die Bezirksvorsitzende Anne Kolanus.

Referent Dr. Paul Schrömbges erläuterte als zuständiger Dezernent zunächst den Unterschied zwischen Regelzuweisung und Erstaufnahme: So erfolgt die Erstaufnahme in Viersen im früheren Kaisers-Verwaltungsgebäude. Dieses bietet aktuell rund 150 Menschen Platz, wird aber mittelfristig für bis zu 600 Personen ausgebaut.

Nach der zeitlich begrenzten Erstaufnahme werden die Flüchtlinge im Verfahren der Regelzuweisung landesweit verteilt. "In diesem Stadium bleiben die Menschen so lange am Ort ihrer Regelzuweisung, bis das Asylverfahren abgeschlossen ist", so Schrömbges. Auch die Stadt Viersen sei verpflichtet, Regelzuweisungen aufzunehmen und für die Kosten gemäß des Asylbewerberleistungsgesetzes aufzukommen. "Das sind derzeit 680 Menschen, von denen 480 in angemietetem Wohnraum und 200 in Heimen leben." Darunter seien rund ein Drittel Kinder, die einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben oder schon schulpflichtig sind. Konsequenz: Es müssen zusätzliche Kapazitäten in Kindertagesstätten und Schulen geschaffen werden. Die Kosten hierfür müssen zu einem großen Teil von der Stadt aufgebracht werden. Bei steigenden Zuweisungen, so waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, wird mit weiteren Investitionen in den Bereichen Wohnraum, Kindertagesstätte und Schulraum zu rechnen sein.

Fazit des Abends: Neben der organisatorischen und finanziellen Herausforderung muss vor allem die Integration der auf Dauer hier lebenden Flüchtlinge gelingen. "Wir brauchen viel bürgerschaftliches Engagement, um zu erreichen, dass die neuen Mitbürger sich nicht nur zurecht finden, sondern auch unsere Kultur verstehen, unsere Umgangsformen und das gesellschaftliche Miteinander akzeptieren", so Anne Kolanus, "dann können auch der demografische Wandel und der Fachkräftemangel besser bewältigt werden."

(jon)
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