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Schwalmtal/Niederkrüchten
Freiwillig im rollenden Jugendtreff unterwegs

Schwalmtal/Niederkrüchten: Freiwillig im rollenden Jugendtreff unterwegs
Am Kicker unterm Dach des bunten Doppeldeckerbusses steht Michelle Stratmann fürs Turnier bereit. Die 18-Jährige liebt die Arbeit mit Kindern. FOTO: Ahlen
Schwalmtal/Niederkrüchten. Michelle Stratmann absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr im "Big Bass". Die Kinder haben die 18-Jährige schon voll integriert Von Heike Ahlen

Die Arbeit beginnt, wenn es noch niemand sieht. Denn wenn die Kinder und Jugendlichen zum rollenden Jugendtreff "Big Bass" kommen, dann stehen bereits Tische und Bänke draußen vor dem bunten Doppeldeckerbus. Dann stehen die Pedalos bereit, ebenso das überdimensionale Spiel "Vier gewinnt". Der Boden des Busses ist so sauber wie am ersten Tag. Die Äpfel sind geschnitten, die Dose mit den Knabber-Erdnüssen ist geöffnet.

Dass all das geschieht - und natürlich an der pädagogischen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen - hat Michelle Stratmann einen großen Anteil. Die 18-Jährige absolviert seit September ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im rollenden Jugendtreff. Es gehört zum Konzept des Jugendtreffs, dass neben Sozialpädagoge Eric Loll nun ab sofort auch eine FSJ-Kraft im Bus Dienst tut. Die Kosten für den Einsatz trägt das Bistum Aachen - der Kirchengemeindeverband Brüggen-Niederkrüchten ist Träger der Einrichtung.

Michelle Stratmann wohnt in Elmpt. Anders als viele andere junge Menschen ihres Alters ist sie mit dem "Big Bass" nicht aufgewachsen - die junge Frau wohnte früher in Düsseldorf. Am Berufskolleg Dülken hatte sie eigentlich ihr Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung machen wollen. Doch schon im Verlauf des ersten Jahres wurde ihr klar, "dass es dieser Weg nicht ist", wie sie sagt. Nach Praktika in einer Kindertagesstätte und in einem Altenheim entschied sie sich "für die jüngere Generation", so die 18-Jährige. Folgerichtig lautet ihre Antwort auf die Frage, was das Schönste am "Big Bass" sei, auch "die Kinder". Eric Loll zollt sie großen Respekt: "Wenn ich hier allein wäre, würde ich das nicht alles schaffen", sagt sie.

Schon geht es weiter: Der Kicker muss gereinigt werden, doch irgendetwas stimmt damit nicht. An einer Stange sitzt die Feder an der verkehrten Stelle. Das muss in der nächsten ruhigen Minute umgebaut werden. Doch zunächst einmal möchte einer der Jungen, die draußen mit Firmling Katharina Hockey spielen, ein Stück Apfel. "Darf ich mir eins nehmen?", fragt er und sieht dabei die junge Frau an. Sie ist nach der kurzen Zeit für die Kinder schon voll integriert.

Das Freiwillige Soziale Jahr endet im August 2017. Dann möchte Michelle Stratmann erst eine Ausbildung zur Kinderpflegerin, dann zur Erzieherin machen. Sie ist sicher, dass sie jetzt im richtigen Berufsfeld angekommen ist. Bekommen hat sie die Stelle übrigens über ein Bewerbungsverfahren, in dem sie drei Hospitationstage absolvieren musste. "Da haben wir dann festgestellt, dass es gut passt", sagt Eric Loll. Jetzt begleitet ihn die 18-Jährige nicht nur im "Big Bass", sondern auch zum Einkaufen und auf die Tour in den Landschaftspark Duisburg in der kommenden Woche. Sie freut sich darauf: "Da ist das Zusammensein noch intensiver."

Quelle: RP
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