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Niederkrüchten
Grünabfälle geraten in Elmpt in Brand

Niederkrüchten: Grünabfälle geraten in Elmpt in Brand
Zwischen Paletten lagerten auf dem Gelände des Gartenbaubetriebs Grünabfälle, die sich vermutlich selbst entzündeten. FOTO: Heike Ahlen
Niederkrüchten. Auf einem abgesperrten Betriebsgelände hat es am Montag gebrannt. Grünabfälle und Paletten standen in Flammen. Vermutlich kam es zu einer Selbstentzündung, hervorgerufen durch chemische Prozesse bei der Zersetzung. Von Heike Ahlen

Einer aufmerksamen Nachbarin und dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass ein Brand auf dem Gelände eines Gartenbaubetriebs an der Industriestraße glimpflich ausging. Gegen 17.25 Uhr hatte die Anwohnerin am Montagabend Brandgeruch bemerkt und festgestellt, dass einige aufgestellte Paletten, in denen Grünabfälle lagerten, auf dem Nachbargrundstück zu brennen begonnen hatten.

Das Gelände des Gartenbaubetriebs dort war bereits verriegelt, so dass sie nicht selbst auf das Gelände gelangen konnte. Unmittelbar neben dem Brandherd befand sich eine Garage, an deren Wand bereits die Flammen emporschlugen. Die Frau rief die Feuerwehr, die per Sirene alarmiert wurde.

Mit knapp 30 Wehrleuten rückten die Löschzüge Elmpt und Oberkrüchten aus. Schnell gelang es den Wehrleuten, sich Zutritt zu dem Gelände zu verschaffen. Ebenso schnell hatten sie die Flammen unter Kontrolle. Mit der Wärmebildkamera konnten sie feststellen, dass die Alarmierung noch rechtzeitig gewesen war und sich das Feuer noch nicht unter die Dachhaut hatte setzen können. So blieb der Sachschaden gering - was blieb, waren einige verbrannte Paletten und einige Abplatzer am Klinker der Garage.

Der Schreck aber sitzt tief. Denn zur Brandursache kann die Feuerwehr nur Vermutungen anstellen. Denn das Gelände war abgeschlossen. Zaun und Toranlage waren nicht ohne weiteres zu überwinden. Geraucht hatte dort niemand. Und Einbruchsspuren gab es auch nicht.

"Möglicherweise Selbstentzündung", sagt der stellvertretende Wehrführer Jens Claßen. Selbstentzündung ist ein Phänomen, das Landwirte und Feuerwehrleute gleichermaßen fürchten. Meist tritt es bei frischen Heuballen auf, die noch eine zu hohe Restfeuchte haben. Weil bei Pflanzenresten noch nicht alle Teile komplett abgestorben sind, gibt es zunächst eine "Restatmung", die den Haufen erwärmt. Mikroorganismen tragen weiter zu dieser Gärphase bei. Wenn es dadurch wärmer wird, können Gärungsbakterien und Pilze wunderbar gedeihen. Sie sorgen für einen Wärmestau. Ab einer Temperatur von etwa 65 Grad Celsius in dem Heuballen oder Grünschnitt-Haufen setzen chemische Prozesse ein. Das Material beginnt, sich zu zersetzen.

Unter anderem werden dabei brennbare Gase frei, die in Verbindung mit dem Sauerstoff in der Luft zu Feuer führen können. Landwirte wissen das und kontrollieren in den ersten Wochen ihre Heuballen sehr akribisch, messen die Temperatur und beobachten Veränderungen. Aber dieser Fall aus Elmpt zeigt möglicherweise, dass sich auch ein regelmäßiger Blick auf den heimischen Komposthaufen lohnt. Der Landesfeuerwehrverband Niedersachsen hat ein Informationsblatt herausgegeben, in dem es heißt, dass die akute Brandgefahr auch für den Laien unter anderem daran zu erkennen sei, dass es intensiv nach frischem Brot oder faulenden Äpfeln riecht.

Quelle: RP
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