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Schwalmtal/Viersen
Grusel-Fund: Tote Schlangen entdeckt

Schwalmtal: Feuerwehr begutachtet tote Schlangen
Schwalmtal: Feuerwehr begutachtet tote Schlangen FOTO: Jungmann
Schwalmtal/Viersen. Tiere wurden durch Spezialisten begutachtet. Viersens Feuerwehrchef Kersbaum spricht sich für Melderegister aus. Von Bianca Treffer

Es war ein ungewöhnlicher Fund, zu dem die Polizei am Freitagabend gegen 18.45 Uhr gerufen wurde: Passanten hatten in Amern im Bereich Raderberg an der Kart-Bahn mehrere verendete Schlangen entdeckt. Die Einsatzkräfte alarmierten sofort einen Spezialisten der Feuerwehr Düsseldorf, der die Tiere begutachtete. Nach Aussage des Experten handelt es sich um Arten, die für den Menschen keine akute Gefahr darstellten. Zur Herkunft der Tiere, die vermutlich ein oder zwei Tage zuvor an der Stelle abgelegt worden waren, gibt es bisher keine Hinweise. Einige der Schlangen standen unter Artenschutz.

Der Besitz der vorgefundenen Schlangen sei nicht verboten gewesen, so ein Reptilienbeauftragter der Feuerwehr aus der Landeshauptstadt. Die toten Reptilien wurden von den Spezialisten der Wehr abtransportiert. Hinweise zu den Tieren oder zum möglichen Besitzer der Schlangen nimmt die Polizei in Viersen unter der Rufnummer 02162 3770 entgegen.

Dass der Besitz von Reptilien bei Tierhalten im Kreis Viersen auf dem Vormarsch ist, weiß auch die Feuerwehr im Kreis, zu den Aufgaben unter anderem auch die Tierrettung gehört. Die Fälle reichen vom Pferd, das in den Swimmingpool gefallen ist, bis zum Wildtier in Form eines Rehs, das sich in einem Gitter verfangen hat. Doch immer wieder gibt es Vorkommnisse wie am Freitag, bei denen die Retter, alarmiert durch die Ordnungsämter, auf tote Tiere stoßen - und das insbesondere im Bereich der Reptilien. Mit steigender Tendenz. "Bei Räumungen entdeckt das Ordnungsamt des öfteren auf Terrarien mit unterschiedlichem Tierbesatz. Wir als Feuerwehr erhalten dann eine entsprechende Alarmierung", so Frank Kersbaum, Leiter der Viersener Feuerwehr. Der jüngste Fall in der Kreisstadt betraf eine 1,20 Meter lange tote Würgeschlange, die aufgrund unsachgemäßer Haltung verstorben war und die von der Feuerwehr sicher gestellt wurde.

Die toten Reptilien, die in Amern im Bereich Raderberg an der Kart-Bahn lagen, wurden von Spezialisten der Feuerwehr abtransportiert. FOTO: Jungmann

Bei einer weiteren Alarmierung stießen die Einsatzkräfte auf Terrarien mit ausgetrockneten Skorpionen und Vogelspinnen. Dazu kommen Anrufe, mit der Botschaft, dass eine Gift- bzw. Würgeschlange aus dem Terrarium entwichen ist. Es scheint als würden sich Bürger vermehrt solche Tiere anschaffen, ohne die nötigen Haltungskenntnisse zu haben. Eine Gefahr für Mensch und Tier. "Bei einer Alarmierung, die aussagt, dass ein Tier weg ist, sperren wir den Bereich ab, beobachten auf Distanz und gehen mit großer Vorsicht heran. Gegebenenfalls fordern wir die entsprechende Fachgruppe aus Düsseldorf an", berichtet Kersbaum.

Noch vor einigen Jahren gab es solche Fälle bei der Feuerwehr im Kreis Viersen nicht. Aber der Trend, zu Hause Exoten zu halten, ist auf dem Vormarsch. In Deutschland bestehen dabei oft keinerlei Auflagen oder Bestimmungen für die Haltung von Schlangen, Spinnen, Skorpionen und Co, wie sie in anderen Ländern bereits Vorschrift sind. Kersbaum sähe es schon als einen Vorteil an, wenn Halter diese Tiere immer anmelden müssten. "Dann wüssten wir wenigstens, was uns bei einer Alarmierung erwartet. Oft ist es ja so, dass manche Halter noch nicht einmal genau wissen, was für ein Tier sie da in ihrem Terrarium haben", sagt der Viersener Feuerwehrchef. Die generelle Unkenntnis vieler Besitzer bezüglich einer artgerechten Haltung beschäftigt ihn ebenfalls. "Es scheint, als würden die Leute nicht nachdenken, was sie sich anschaffen. Mit Tierliebe hat das nichts zu tun", bemerkt Kersbaum. Froh ist er nur darüber, dass es bislang zu keinem Biss oder zu einer Verletzung durch diese Tiere bei der Feuerwehr kam. Sollte es doch einmal dazu kommen, so ist es unbedingt wichtig zu wissen, um welche Schlange bzw. Gifttier es sich handelt, damit die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet werden können.

Quelle: RP
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