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Niederkrüchten
Innovative Lösung für Flüchtlingshäuser

Niederkrüchten: Innovative Lösung für Flüchtlingshäuser
Fünf Wohnmodule werden bei der Firma Derix verladen, um sie nach Erkelenz zu bringen. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Mit Know-how aus Niederkrüchten hat die Stadt Erkelenz ein nachhaltiges Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen gefunden. Die Idee stammt von der Firma Derix aus Niederkrüchten-Dam Von Jochen Smets

24 Wohneinheiten stehen hübsch aufgereiht in einer Werkshalle beim Holzleimbauunternehmen Derix in Dam. Der erste Eindruck: wohnlich. Das ist nicht selbstverständlich für Flüchtlingsunterkünfte, die stadtplanerisch meist als etwas Vorübergehendes, Provisorisches betrachtet werden. So sehen sie dann auch oft aus. Derix hat nun eine Lösung entwickelt, die ebenso vielseitig wie langlebig wie hochwertig ist. Holz-Modul-Bauweise nennt sich das von Derix entwickelte Verfahren. Jedes einzelne Massivholz-Modul ist siebeneinhalb Meter lang, dreieinhalb Meter breit und drei Meter hoch. Die einzelnen Module lassen sich beliebig kombinieren, ändern und erweitern, auch mehrgeschossige Lösungen sind möglich.

Die Stadt Erkelenz war von diesem Konzept so beeindruckt, dass sie die Holz-Module von Derix nun in größerem Stil zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzt. Insgesamt 24 Module hat die Kommune bestellt. 80 Flüchtlinge sollen darin untergebracht werden. "Holz ermöglicht schnelles, kosteneffizientes und klimafreundliches Bauen", sagt Geschäftsführer Markus Derix. Für extrem hohe Tragfähigkeit und hervorragende Eigenschaften in puncto Wärmedämmung, Schallschutz und Brandschutz sorgt die Fertigungsweise der Holzwände. Sie bestehen aus Schichtholz, das kreuzweise verleimt wird - wechselweise eine Lage längs und eine Lage quer. "X-LAM" lautet der Markenname dieses Brettsperrholzes der Unternehmensgruppe Derix. Eine riesige vollhydraulische Presse mit einem Pressdruck von 4000 Tonnen fügt die beleimten Holzlagen zusammen. Mit X-LAM sind Aufbauten bis zu 40 Zentimeter Stärke möglich, erklärt Derix. Für den Einfamilienhausbau - auch hier kommt X-LAM immer öfter zum Einsatz - reichen aufgrund der sehr guten Dämmeigenschaften sechs bis acht Zentimeter. Innen sorgt der ökologische Baustoff für ein behagliches, angenehmes Raumklima.

Neben der X-LAM-Technik ist die Produktionsart der Clou des Modulsystems: Der Vorfertigungsgrad liegt bei 100 Prozent. Soll heißen: Die Module werden im Derix-Werk in Dam inklusive der kompletten Haustechnik, Fenstern, Türen, Bodenbelägen und der witterungsbeständigen Außenverkleidung vormontiert. Vor Ort müssen sie nur noch aufgestellt und angeschlossen werden. Möglich ist das, weil die X-LAM-Grundelemente mit moderner CNC-Technik hergestellt werden. Sämtliche Öffnungen für Türen und Fenster, Ausfräsungen für Stromkabel und Wasserleitungen sowie Aussparungen für Lichtschalter und Steckdosen sind millimetergenau eingearbeitet. Fehler bei Maßen und Toleranzen sind de facto ausgeschlossen. So konnte Derix in nur vier Wochen 24 Module und damit Wohnraum für 80 Flüchtlinge schaffen - CO2-neutral und den verschärften Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2016 entsprechend. Spätere Alternativ-Nutzungen sind dank der Flexibilität des Systems leicht umsetzbar.

Markus Derix sieht für sein Modul-Konzept noch mehr Einsatzmöglichkeiten. Denn mit dieser Bauweise sind auch architektonisch komplexere und anspruchsvollere Lösungen möglich. Anfragen gibt es bereits - etwa von Jugendherbergen, Schulen und Hotels. Im Einfamilienhausbau ist Derix mit X-LAM seit längerem erfolgreich aktiv..

Quelle: RP
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