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Viersen
Jubel bei der KG Helenabrunn - von der Rakete bis zur Ekstase

Viersen. Grandiose Stimmung bei der Galasitzung und eine Warnung an die Bürgermeisterin, was sie beim Rathaussturm erwarten kann. Von Paul Offermanns

Bei der Galasitzung der KG Helenabrunn im evangelischen Gemeindehaus entfesselte die Stimmungsband "Dröpkes" nach Kölscher Art das Publikum. Als sie dann auch noch stimmgewaltig das "Halleluja" anstimmte, waren sicherlich auch die Viersener Pastöre Roland Klugmann und Helmut Finzel entzückt, wie viele Leute das im Saal mitsingen konnten.

Die beiden Sitzungspräsidenten Franz Groten und Helmut Schatten, der mit der vom Rat der Stadt Viersen 1949 gestifteten Pritsche hin- und her fuchtelte, brachte die Narren im Saale mit der Helenabrunner Rakete zum Toben. Er rief sie zuerst zu Applaus, dann zu Jubel und schließlich zur "Ekstase" auf. Und das war an dem Abend nicht schwer: Ein Knaller war der Regiments-Spielmannszug Köln, der mit 140 Leuten in den Saal einzog. Die Mannen kündigten an: "Wir stellen hier alles auf den Kopf." Büttenredner Guido Hoss war eine Stimmungskanone, wie das Bauchredner-Duo Klaus und Willi, der Malle-Sänger Olaf Heining sowie der Einrad-Artist und Jongleur Phillip. Letzterer warf immer wieder Konfetti ins Publikum und rief: "Ich will Stimmung in den Saal bringen." Mehrmals musste er dann hinten das Publikum um Ruhe bitten.

Mit dieser tollen Sitzung zog der Saalkarneval auf die Zielgerade. Uli Dahm, stellvertretender Senatspräsident der Narrenherrlichkeit Viersen, wünschte dem Viersener Prinzenpaar Edi I. und Dani II. (Tusch) unter dem Motto "Viersche ne jecke Rummelplatz" einen tollen Tulpensonntagszug. Als die Viersener Prinzengarde ihre gleiche Zugabe zum wiederholten Male in der Session darbot, meinte Viersens stellvertretender Bürgermeister Hans-Willy Bouren: "Die gab es schon 1999, als ich Viersener Prinz war."

Prinzengarde-Kommandant Eric Tillmanns warnte Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller vor, was auf sie beim Rathaussturm am Altweiber-Donnerstag zukommt: "Wir kommen nicht zum Spielen, sondern zum Kämpfen. Halten sie für meine Jungs ihre Räume zu, sie erkennen diese hinterher sonst nicht mehr wieder." Tillmanns verriet ihr ein großes Geheimnis: "Sie haben in ihren Reihen einen Maulwurf, einen waschechten Helenabrunner, einen Senator unserer Prinzengarde: Hans-Willy Bouren.

Die Kürung des "Lenebürschers" fiel aus. "Wir fanden keinen passenden Kandidaten", sagte Geschäftsführer Gereon Gelisen. Er sorgte mit Denis Brinkmann für ein zauberhaftes Bühnenbild mit Box-Ringrichter Hans-Willy Bouren sowie Bürgermeisterin Sabine Anemüller und ihrer Herausforderin Iris Kater "im Ring". Davor platzierten sie Viersens stärkste Frau als Nummerngirl: Birgit ("Biggi") Marx, dahinter Obelix "Birgit Lücker" mit dem "Lückerstein". Helmut Schatten stellten sie als Dinosaurier dar mit all seinen Mitglieds-Prinzenmützen als Zacken über den Rücken laufend. Der Fischpfannen-Inhaber Matthias Meiners fütterte ihn mit Fisch. Zu erkennen war noch "Et fussisch Julche" Marita Köllner, der Inbegriff des Kölner Karnevals.

Zwischen Gasthof Hülser, Kirche, Helenen-Denkmal drehte sich beim "Lennebürcher Rummel" das Karussell. Es drehte sich wirklich auf ihrem Sessionsorden.

Im Hintergrund war das närrische Feindesland Dülken mit der Narrenmühle, dem Wasserturm und der Kirche zu sehen. Die Tanzgarden der Dülkener, de Üüle und Roaher Jonges tanzten dann zu Ehren der neuen Senatoren: Immobilienmakler Bernd Schorin (36) und Notar Dr. Oliver Gehse (40) aus der Großen Viersener Karnevalsgesellschaft. Die Laudatio hielt GVK-Kamerad "Hajo" Baumbach (und ebenfalls ein Senator aus Helenabrunn) - und jetzt der Freund auf beiden Seiten.

Quelle: RP
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