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Viersen
Kosten der Unterkunft: VAB und Kreis Viersen diskutieren

Viersen: Kosten der Unterkunft: VAB und Kreis Viersen diskutieren
FOTO: Busch Franz-Heinrich sen.
Viersen. Die Auseinandersetzung zwischen dem Kreis Viersen und der Viersener Aktien-Baugesellschaft (VAB) könnte eine Wendung nehmen. Die beiden Parteien haben sich auf ein Treffen in der kommenden Woche geeinigt.

VAB-Vorsitzender Albert Becker erhofft sich eine "ausgewogene Lösung". Denn inhaltlich geht es darum, dass der Kreis geringere kalte Nebenkosten veranschlagt als die VAB sie nach eigener Aussage für viele ihrer Wohnungen berechnen kann.

Die Kreisverwaltung hatte neue Obergrenzen für Miete und kalte Betriebskosten - Nebenkosten ohne Heizung - ermittelt, die für Bezieher von Sozialleistungen gelten. Sie legen fest, welche Wohnung als angemessen gilt. Politiker, Wohlfahrtsverbände und Wohnungsbaugesellschaften warnten davor, dies könne Menschen in die Wohnungslosigkeit drängen und Bauprojekte gefährden. Auch Becker kritisiert die Neuerungen: "Die festgelegten Obergrenzen liegen weit unter den tatsächlichen Kosten."

Für die Berechnung habe sich die Verwaltung am Durchschnitt des Kreises und nicht der einzelnen Kommunen orientiert, klagt er: "Damit werden völlig unterschiedliche Kostenstrukturen zusammengeworfen." So brauche man etwa für ein zweigeschossiges Wohnhaus auf dem Land keine Pkw-Stellplätze und auch keinen Aufzug - für ein Haus mit deutlich mehr Stockwerken in der Stadt aber schon. "Es geht nicht um die Finanzierung von unnötigem Komfort, sondern um die Sicherung des Mindestbedarfs", sagt Becker. "Wer in Zeiten hohen Wohnraumbedarfs und massiv steigender Preise nicht einmal mehr die Kosten von öffentlich gefördertem Wohnraum anerkennen will, der gefährdet die Versorgung aller Bürger mit erschwinglichem Wohnraum."

Ihm zufolge sind zukünftig nur noch zwölf bis 18 Prozent des VAB-Wohnraums unterhalb der Obergrenzen. Für bestehende Mieter gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2018. Derzeit habe die VAB etwa 750 ihrer Wohneinheiten an Sozialhilfe-Empfänger vermietet.

Zwar hat es bereits im Januar ein Gespräch zwischen Kreis und VAB gegeben. "Aber wir sind nicht zu einer Lösungsüberlegung gekommen", sagt Becker. Bei dem nun angesetzten Treffen - den genauen Termin will er nicht nennen - nehmen Vertreter des Arbeitskreises der sieben großen Wohnungsgesellschaften im Kreis, zu denen die VAB gehört, teil.

(emy)
 
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