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Niederkrüchten
Maximale Qualität im Notfall

Niederkrüchten: Maximale Qualität im Notfall
Notarzt Bernd Michael Botterbrodt (li.) und Rettungsassistent Sebastian Gerits sind bereit für den nächsten Einsatz. Das erst im Dezember eingeweihte Notarzt-Einsatzfahrzeug ist auch mit einem Defibrillator ausgestattet. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Die Rettungswache Heyen ist im Notarztsystem des Kreises Viersen gut etabliert. Zu 1322 Einsätzen rückte der Rettungswagen im ersten Halbjahr 2011 aus. Die Hälfte der Rettungsfahrten begleitete der Notarzt. Von Gabi Laue

In die notärztliche Versorgung im Westkreis setzt die Bevölkerung offenbar so großes Vertrauen, dass vereinzelt Patienten vor der Rettungswache Heyen stehen, weil sie glauben, hier sei ja immer ein Arzt, und der könne helfen (die RP berichtete). Die Zahl der Hilfesuchenden, die nicht die "112" wählen, sondern direkt die Wache an der B 221 ansteuern, hat abgenommen. Die Rettungswache ist keine Notaufnahme, darauf soll gegebenenfalls ein Plakat an der Tür hinweisen. Vertrauen können die Bürger in Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal hingegen darauf, dass die per Notruf angeforderte Hilfe auch prompt eintrifft. "Die Erreichbarkeit hat sich mit der Wache in Heyen deutlich verbessert", sagt Manfred Joppien, Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz beim Kreis Viersen. "93 bis 94 Prozent der Einsatzfahrten sind in der Hilfsfrist von zwölf Minuten am Ziel."

Als das Waldnieler Krankenhaus 2004 seine Pforten schloss, schrieb der Kreis den "Job" Notarzt-System europaweit aus – ein Netz von Notärzten war nötig, um die Hilfsfristen einzuhalten. Den Zuschlag erhielt die Doc in Time Service GmbH. Ärztlicher Leiter des Notarzt-Standorts Schwalmtal wurde Bernd Michael Botterbrodt, seit 1994 selbstständiger Facharzt für Anästhesie und Notfallmedizin. Weil die Hilfsfrist von zwölf Minuten zwischen Meldung in der Rettungsleitstelle und Eintreffen der Retter vor allem in Außenorten Brüggens und Niederkrüchtens von Waldniel aus oft nicht eingehalten werden konnte, beschloss der Kreis den Neubau der Rettungswache in Heyen, die vor gut zwei Jahren in Betrieb ging. Sie schloss eine Sicherheitslücke im Westkreis. Notarzt Botterbrodt bezeichnet die im Kreis praktizierte Lösung als "Zukunftsmodell".

Alle 15 freiberuflichen Mediziner, die als Selbstständige auf Honorarbasis für die 24-Stunden-Dienste beschäftigt werden, sind erfahrene Fachärzte, die bis zu 19 000 Einsätze absolviert haben. Sie müssen 30 Stunden Fortbildung im Jahr in notfallmedizinischen Bereichen nachweisen. "Wir arbeiten nach dem Prinzip: maximale Qualität", versichert Botterbrodt. Dagegen gebe es in vielen Krankenhäusern Probleme, den Notarzt-Dienst zu besetzen. Gut ausgebildet sind auch die 17 Rettungsassistenten.

1322 Rettungseinsätze verzeichnet die Statistik der Kreisleitstelle im ersten Halbjahr 2011 für die Rettungswache Heyen, davon 671 Notarzt-Einsätze. Das Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) rückt im Schnitt 3,6 Mal pro Tag mit Sondersignal von Heyen aus, dazu kommen die Rettungseinsätze. Botterbrodt zieht eine positive Bilanz: "Das System wird angenommen, und es wird auch gebraucht." Manfred Joppien bekräftigt: "Die Ziele, die wir mit dieser Wache erreichen wollten, haben wir erreicht."

Quelle: RP
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