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Niederkrüchten
Naturschätze vermarkten

Niederkrüchten: Naturschätze vermarkten
Von der Schönheit der Wacholderheide sollen sich mehr Gäste überzeugen können. Dafür will Niederkrüchten ein Tourismuskonzept aufstellen, das auch den Bekanntheitsgrad der Gemeinde erhöhen soll. FOTO: RPO
Niederkrüchten. Die Gemeinde lässt von einem Fachinstitut ein Konzept zur Tourismusentwicklung und -förderung erstellen. Es soll Ende Oktober vorliegen und Handlungsempfehlungen geben. Im Rathaus fand jetzt die Auftaktveranstaltung statt. Von Jochen Smets

Neulich hat Richard Dohmen als Wanderführer ein Ehepaar aus dem Saarland durch das Lüsekamp und die Wacholderheide begleitet. Die Leute, die für einen Kurzurlaub angereist waren, zeigten sich restlos begeistert über Niederkrüchtens Naturschätze. Gewohnt haben sie allerdings in Nettetal – in Niederkrüchten fand das Paar keine Ferienwohnung. Die kleine Geschichte zeigt ein Kernproblem der Gemeinde: Sie verfügt über herrliche Natur, aber über keine ausgeprägte touristische Infrastruktur.

14 000 Übernachtungen

Für Dr. Robert Datzer von der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH ist das ein erster Befund. Vergleichsweise gering ist deshalb die Wertschöpfung, die sich mit Tourismus in Niederkrüchten erzielen lässt. 14 000 Übernachtungen meldeten die Hotels, Pensionen und Campingplätze der Gemeinde im Jahr 2009. Den Bruttoumsatz, den Gastronomen, Hoteliers und Einzelhändler durch Touristen erzielten, beziffert Datzer auf zwölf Millionen Euro, 5,4 Millionen Euro davon blieben als Wertschöpfung hängen.

Das ist für eine kleine Gemeinde wie Niederkrüchten ordentlich, aber für eine richtige Tourismusgemeinde eher wenig, sagt Datzer. Er wird deshalb ein Konzept entwickeln, das den Tourismus in Niederkrüchten quantitativ und qualitativ voranbringen soll. Ideen dazu sollen aus der Gemeinde kommen. Datzer wird viele Einzelgespräche mit hiesigen Gastronomen, Hoteliers und Einzelhändlern führen, um Stärken, Schwächen und Chancen auszuloten. Ziel ist es, die Zahl der Übernachtungen, der Tagestouristen, der mit Tourismus verbundenen Arbeitsplätze und letztlich die Wertschöpfung zu steigern. Damit einhergehend könne sich der Bekanntheitsgrad und auch die Lebensqualität der Gemeinde erhöhen.

Einbezogen in das Konzept wird auch das bald frei werdende Britengelände. Wo der Schuh drückt, wurde bei der Auftaktveranstaltung schon in Ansätzen deutlich. Einen einheitlichen Werbeauftritt hielt Bernd van de Weyer, Betreiber des Campingplatzes Dilborner Mühle, für wichtig: "Wir müssen einen geraden, gemeinsamen Weg finden, bei dem wir bleiben." Für Richard Dohmen, Vorsitzender der Wanderfreunde Niederkrüchten, steht und fällt das Konzept mit den Betrieben: "Die müssen mitziehen." Attraktivere Ortskerne wünscht sich Einzelhändlerin Monika Brauwers-Brändle.

Datzer will in seinem Konzept die Stärken der Gemeinde herausarbeiten. Die sieht er vor allem in der Natur, in den Seen und Gewässern. Schwerpunkt bleibe der Kurzzeit- und Tagestourismus. Davon ausgehend wird er Handlungsempfehlungen geben, wie die Gemeinde sich touristisch positionieren und profilieren kann.

Quelle: RP
 
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