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Niederkrüchten
Niederkrüchten will Wirtschaftsförderer

Niederkrüchten. Bürgermeister Wassong möchte Unternehmer in der Gemeinde besser unterstützen. Betriebe der Tourismus-Branche wünschen sich mehr Initiative von der Gemeinde in der Tourismus-Förderung Von Jochen Smets

Werner Bohnen und Markus Derix sind seit 28 Jahren Nachbarn, haben sich aber noch nie kennengelernt. Nun stehen die beiden Unternehmer vertieft in ein angeregtes Gespräch beisammen. Auch wegen solcher Begegnungen hat Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) den ersten Niederkrüchtener Unternehmertreff ins Leben gerufen. Rund 80 Teilnehmer - vom Einzelhändler bis zum Mittelständler, vom kleinen Handwerker bis zum großen Logistiker - sind der Einladung in die Begegnungsstätte gefolgt.

"Wir wollen ein gutes Miteinander entwickeln", sagt Wassong. Er will den Dialog zwischen Wirtschaft und Gemeinde, aber auch zwischen den Unternehmen selbst, fördern und forcieren. Bisher sei die Gesprächskultur nicht sonderlich ausgeprägt. Darum riet Wassong - in der Formulierung scherzhaft, in der Sache ernst: "Gehen Sie zum Äußersten, sprechen Sie miteinander."

Der Unternehmertreff bietet dazu eine ideale Plattform. Die Sparkasse Krefeld und die NRW Förderbank sind diesmal als Kooperationspartner dabei und sorgen für fachlichen Input. So stellt Stephan Kunz von der NRW Bank das Förderinstrument RWP (Regionales Wirtschaftsförderprogramm vor). Kleine und mittlere Unternehmen können über dieses Programm für Investitionen ab einem Volumen von 150.000 Euro unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 20 Prozent der Investitionssumme als Zuschuss beantragen. "Unsere Unternehmen sollen sich von ihrer Gemeinde gut begleitet fühlen", sagt Wassong. Nicht zuletzt deswegen will er einen Wirtschaftsförderer einstellen. Eine Planstelle mit entsprechendem Schwerpunkt ist in der Gemeindeverwaltung vorgesehen und soll demnächst besetzt werden. Die Zielgruppe begrüßt das: "Es wäre sehr sinnvoll, in der Gemeindeverwaltung einen Ansprechpartner zu haben, der etwas bewirken kann", meinen Christoph und Thomas Gisbertz, die beiden Geschäftsführer des Lebensmittel-Großhändlers Bonsels Gastroservice in Dam.

Den kurzen Draht zur Verwaltung - neben Wassong sind unter anderem Kämmerin Marie-Luise Schrievers und Planungsamtsleiter Tobias Hinsen vor Ort - nutzen viele Teilnehmer des Unternehmertreffs. Georg Bettinger vom Campingforst Laarer See zum Beispiel wünscht sich mehr Initiative von der Gemeinde in Sachen Tourismusförderung. Die zehn Campingplätze auf dem Gemeindegebiet legen insgesamt 2000 Stellplätze und damit einiges an Kaufkraft für Einzelhandel und Gastronomie in die Waagschale. Während beim Tourismus noch ein paar dicke Bretter zu bohren sind, steht ein Wunsch aus Unternehmerkreisen bereits vor der Realisierung. So soll im Gewerbegebiet Dam in Kürze ein einheitliches, übersichtliches Beschilderungssystem installiert werden. Für einen Einmalbetrag von lediglich 80 Euro kann jedes Unternehmen ein eigenes Firmenschild buchen. Die Kosten für den Korpus und die Aufstellung übernimmt die Gemeinde.

Quelle: RP
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