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Niederkrüchten
Schöner heiraten auf Haus Elmpt

Niederkrüchten. Im Jahr lassen sich in Niederkrüchten bis zu 75 Paare trauen. Das Trauzimmer in Haus Elmpt ist jetzt wieder offen Von Heike Ahlen

Das Feuer flackert im Kamin, die Stühle mit den Gobelin-Bezügen stehen einladend an dem großen Eichentisch mit dem frischen Blumenstrauß. Das Trauzimmer ist bereit für das Brautpaar. "Ambiente-Trauung" nennt man das, wenn die standesamtliche Hochzeit nicht im Trauzimmer im Rathaus, sondern an einem romantischen Ort stattfindet. Einige Monate lang war das wegen eines Eigentümer-Wechsels in Haus Elmpt nicht möglich.

"Die Nachfrage nach Trauungen dort ist groß", sagt Bürgermeister Kalle Wassong. Es sei ein Trend zu verzeichnen, dass standesamtliche Trauungen immer mehr in den Mittelpunkt rückten. Er nimmt an, dass es damit zusammenhängt, dass sich immer mehr Menschen entscheiden, nicht kirchlich zu heiraten und deshalb die standesamtliche Trauung zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen möchten.

Die Gemeinde Niederkrüchten hat inzwischen sechs Standesbeamte, statt vorher nur vier. Neben dem Bürgermeister selbst, der extra die Akademie für Standesbeamte besucht hat, um selbst Trauungen vornehmen zu können, sind das der hauptgeschäftsführende Standesbeamte Tobias Schmicker, Silvia Martin, Michaela Budde-Schulz, André Janßen und Malte Michels.

In der Gemeinde Niederkrüchten heiraten jährlich zwischen 50 und 75 Paare. Die Zahl schwankt stark. In Spitzenjahren wurden auch schon dreistellige Werte erreicht.

Ein Aufgebot wie früher, dass in einem Kasten am Rathaus verkündet wurde, wer denn heiraten möchte, gibt es nicht mehr. Man muss allerdings nach wie vor Papiere beibringen, um die Eheschließung anmelden zu können. Und dafür bezahlen. 40 Euro kostet die Anmeldung im günstigsten Fall, wenn alles einfach ist. Mit zehn Euro schlägt die Heiratsurkunde zu Buche. Das Stammbuch käme extra.

Wer in Haus Elmpt anstatt im Rathaus heiraten möchte, muss einen Zuschlag von 66 Euro zahlen - für "eine Trauung außerhalb des Dienstgebäudes", wie es im Amtsdeutsch heißt. Weitere 66 Euro werden fällig, wenn man sich für den Samstag als Hochzeitstag entscheidet - weil das außerhalb der Dienstzeit liegt. In Haus Elmpt kann man immer freitags um 10 oder um 12 Uhr sowie an jedem dritten Samstag im Monat heiraten. Dazu kommt das, was man in Haus Elmpt bezahlen muss - freitags 230 Euro inklusive Reinigung und Sekt oder Orangensaft, samstags 280 Euro.

Die Standesbeamten freuen sich immer auf Trauungen in Haus Elmpt und erinnern sich auch an viele Überraschungen. "Wir hatten schon Hochzeiten in Trachten, mit Oldtimern und Tauben", sagt Silvia Martin. "Und einmal sogar eine Hochzeitskutsche, die als Überraschung für das Brautpaar kam", ergänzt Michaela Budde-Schulz. Tobias Schmicker musste sogar schon einmal eine Trauung unterbrechen, weil ein Trauzeuge beinahe an einem Hustenanfall kollabiert wäre. Nachher ging aber alles gut aus und man konnte sogar gemeinsam über die Vermutung lachen, er habe alles getan, um seinen besten Freund nicht in den Hafen der Ehe einlaufen zu lassen.

Eine Anmeldung zur Eheschließung ist genau sechs Monate gültig. Wer sich also einen der "Schnapszahl"-Termine im nächsten Jahr sichern möchte, der sollte sich jetzt schon einen Merker in den Kalender machen: Für den "7.7.17" - ein Freitag, also kann man auch in Haus Elmpt heiraten - kann man sich beispielsweise ab dem 7. Januar anmelden.

Quelle: RP
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