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Viersen
St. Peter - eine sagenumwobene Kapelle

Viersen. Die Kapelle St. Peter ist die älteste Pfarrkirche Kempens. Karl der Große soll sie gestiftet haben, was aber nicht belegt ist

Wo findet man sie?

Fährt man aus Kempen hinaus Richtung Vorst, taucht die Kapelle St. Peter an der linken Seite der Straße kurz nach der Umgehungsstraße auf. Dort leuchtet sie in ihrem strahlenden Weiß malerisch zwischen alten Bäumen hindurch.

Welche Geschichte hat sie?

Wenige wissen, dass dies die älteste Pfarrkirche Kempens ist, verbunden mit einer wunderbaren Legende. Denn Kaiser Karl der Große soll sich auf der Jagd in Kempens Wäldern verirrt haben. Mit ihm war Papst Leo III. unterwegs. Nachdem sie eine Zeit lang durch die unwegsamen Wälder geirrt waren, trafen sie auf einen Kempener, der ihnen den Weg aus dem Dickicht zeigte. Als Dank soll Karl der Große damals die Kapelle, gestiftet haben. Zudem soll sie sogar von Papst Leo III. persönlich geweiht worden sein. Datiert wird die Geschichte auf die Zeit um 803 oder 804.

Eine schöne Geschichte, allerdings ist sie historisch nicht zu belegen. Denn die Bauweise und die Fundamente der Kirche weisen auf eine Bauzeit um die Jahrtausendwende hin. Erbaut wurde sie zur seelsorgerischen Betreuung der ersten Siedler, die sich auf der Kempener Platte niederließen. Sie steht verkehrsgünstig im Schnittpunkt der Verbindungswege zu damals wichtigen Fernhandelsstraßen und an der Stelle, wo vier Kempener Honschaften aufeinandertreffen. St. Peter wurde Pfarrkirche, als solche ist die Kapelle im Jahr 1085 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Damals schenkte der Kölner Erzbischof den Zehnten innerhalb der Grenzen der Kempener Kirche St. Peter der Abtei St. Vitus in Mönchengladbach. Kempen gehörte damals zum Dekanat Mülgau.

Um 1200 verlor St. Peter seine Bedeutung als Pfarrkirche. Denn die Siedlung der Kempener befand sich dort, wo heute das Stadtinnere innerhalb der Wälle ist. Der Weg hinaus nach St. Peter war gerade in der kalten Jahreszeit beschwerlich, denn die Wege waren natürlich noch nicht so bequem wie heute zu begehen. In Zeiten von Kriegen konnte der Weg sogar gefährlich werden. Aber bis heute verweist das Kempener Wappen mit den zwei Schlüsseln auf St. Peter als Symbol der ersten Pfarrkirche.

Was wird geboten?

Bis heute wird die Kapelle als Gotteshaus genutzt. Jeden Sonntag findet dort um 9.15 Uhr die heilige Messe statt. In den Sommermonaten ist die Kapelle wegen ihrer schönen Lage auch ein beliebtes Ausflugsziel für Radfahrer, denn von Mai bis September ist die Kapelle an jedem ersten Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

(sr)
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