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Viersen
Tödliche Stiche in den Rücken nach Streit

Viersen. 46-Jährige gesteht, ihren Partner erstochen zu haben. Staatsanwalt beantragt Haftbefehl wegen Mord. Von Daniela Buschkamp

Streit, zu viel Alkohol und ein Griff zum Küchenmesser: Am Sonntagabend eskalierte der Streit zwischen einer 46-Jährigen und ihrem Lebensgefährten (59) in ihrer gemeinsamen Wohnung in der Viersener Innenstadt. Es soll, wie die gestrigen Vernehmungen der Polizei ergeben haben, wohl nicht das erste Mal gewesen sein, dass beide einen Konflikt austrugen. Doch jetzt endete er - nach Stichen in den Rücken - für den Mann tödlich.

"Wir wissen bisher nicht, was der Anlass dafür war, dass sich die Auseinandersetzung derart entwickelte", sagt der zuständige Staatsanwalt Stefan Lingens aus Mönchengladbach. Die bisherigen Vernehmungen der mutmaßlichen Täterin hätten noch keinen Anhaltspunkt für einen konkreten Anlass für die tödliche Tat ergeben. Gegenüber der Polizei hatte die Frau erklärt, dass sich beide öfter gestritten hatten.

Die Staatsanwaltschaft sieht den Tatbestand der Heimtücke erfüllt, da die mutmaßliche Täterin ihr nichts ahnendes Opfer hinterrücks attackiert haben soll. Als beide allein in der Küche ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung standen, soll die betrunkene Frau zu einem Küchenmesser gegriffen haben. Damit soll sie ihren Lebensgefährten mit mehreren Stichen derart schwer verletzt haben, dass er noch in der Wohnung starb. Dass auch er zuvor seine Partnerin angegriffen haben könnte, kann die Polizei nicht bestätigen. Danach alarmierte die Frau die Polizei und wartete deren Ankunft ab. Um 21.30 Uhr fanden sie die 46-Jährige am Tatort.

"Die Frau war zur Tatzeit alkoholisiert, aber nicht so stark, dass sie sich an nichts mehr erinnern kann", erläutert der zuständige Staatsanwalt. Die Frau hatte in den gestrigen Vernehmungen die Tat gestanden, allerdings hatte sie laut Polizei und Staatsanwalt zu ihren Motiven nichts sagen können.

Sowohl die mutmaßliche Täterin als auch das Mordopfer sind polizeibekannt. Der Mann soll lange Jahre drogenabhängig gewesen sein. Und auch seine Partnerin soll immer wieder Alkoholprobleme gehabt haben.

Die Kriminalpolizei in Mönchengladbach hat - als zuständige Kriminalhauptstelle - die Ermittlungen übernommen und eine Mordkommission gebildet. Die Staatsanwaltschaft hat gestern einen Haftbefehl wegen Mordes beantragt; die vermeintliche Täterin sitzt zurzeit in Haft. "Die Polizei wird jetzt weiter ermitteln", kündigte der Staatsanwalt an. Die Täterin wird begutachtet werden, so ist die Frage der verminderten Schuldfähigkeit zu klären. Auch Zeugenvernehmungen stehen noch aus. Bisher hat sich kein Nachbar gemeldet, der etwas von der tödlichen Auseinandersetzung hinter der geschlossen Wohnungstür bemerkt hat. Schreie des Opfers sollen nicht nach draußen gedrungen sein.

Quelle: RP
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