| 00.00 Uhr

Schwalmtal
Umjubelte Ausnahmestimmen im Waldnieler Bürgerhaus

Schwalmtal. Zum 13. Mal fand der Meisterkursus für Gesang statt. Diesmal kamen so viele Zuhörer, dass fürs kommende Jahr eine größere Konzertstätte benötigt wird. Von Heide Oehmen

Anderthalb Stunden vor Beginn des Konzertes zum Abschluss des 13. Meisterkurses von Thomas Heyer, Professor für Gesang an der Frankfurter Musikhochschule und gebürtiger Waldnieler, standen bereits Gesanginteressierte vor dem Eingang des Bürgerhauses und begehrten Einlass. Nicht alle fanden im Vortragssaal Platz, und so sieht sich der Kursleiter gezwungen, für das nächste Jahr eine geräumigere Stätte zu suchen.

Diesmal waren von den wie immer zehn Kursteilnehmern die Mezzosoprane in der Überzahl. Vier Vertreterinnen dieser Spezies, von der sichere Höhe wie standfeste Tiefe und dazu noch eine angenehm dunkle Stimmfärbung erwartet wird, zeigten ihr beachtliches Können: Sophie Wenzel mit Arien aus Meyerbeers "Hugenotten" und Bizets "Carmen", Johanna Rademacher als Charlotte ("Werther") und ebenfalls als Carmen sowie Natalia Krivtsova mit je einer Arie aus Tschaikowskys "Pique Dame" und aus "La Gioconda" von Ponchielli. Nicht zuletzt Sarah Mehnert, die trotz ihrer erst vier Gesangssemester als Dalila ("Samson und Dalila") und in der düsteren "Kartenarie" der Carmen restlos überzeugte.

Anika Rahm (Sopran) wusste sowohl mit einer Arie aus Mozarts "Titus" als auch beim schwärmerischen Robert-Stolz-Lied "Spiel' auf deiner Geige" zu gefallen, während ihre Stimmkollegin Kelsey Plog mit der kokettierenden Musette ("Bohème") das Publikum ebenso begeisterte wie mit dem beliebten "Vilja-Lied". Die überraschendste Verwandlung gelang der Sopranistin Jana Hess. Aus der fein gestaltenden Mimi ("Bohème") wurde im zweiten Teil eine temperamentvolle Gräfin Mariza.

Till Mattes, seit Langem Stammgast im Meisterkurs, hat seinen ausgeglichenen Bass inzwischen so gut geschult, dass ihn weder der Banko ("Macbeth") noch das Gebet des König Heinrich ("Lohengrin") schreckt. Mit Bestnoten hat vor kurzem Timon Führ sein Studium in Frankfurt abgeschlossen. Dass diese mehr als verdient sind, unterstrich der junge Bariton mit zwei hinreißend dargebotenen Arien ("Quand la flamme" aus einer unbekannten Bizet-Oper und die "Te Deum-Arie" des Scarpia aus "Tosca"). Schließlich Florian Conze, mit 19 Lenzen erst am Ausbildungsbeginn stehend. Sein Papageno ("Zauberflöte") und die Wolfram-Arie ("Tannhäuser") lassen für seinen Edelbariton Bestes erwarten. Zum umjubelten Schluss gab es nicht nur das gemeinsam sehr lebendig vorgetragene "Champagnerlied" aus der "Fledermaus" - es gab auch Blumen für die gute Seele des Bürgerhauses, Christa Bongartz, für Frau Heyer sen. als die immer motivierende Kraft, für die Gattin des stellvertretenden Bürgermeisters, Kurt van de Flierdt, der nicht müde wird, den Kurs in jeder Weise zu fördern, und einen ausdrücklichen Dank an den brillanten Pianisten Klaus Bernhard Roth, ohne den der Gesangskursus überhaupt nicht denkbar wäre.

Thomas Heyer bedachte noch einmal alle Unterstützer, wobei er die Sponsoren RWE, die Volksbank Viersen und die Sparkasse Krefeld nicht vergaß, und wünschte sich, genauso wie alle Anwesenden, ein Wiedersehen und Wiederhören im nächsten Jahr.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Schwalmtal: Umjubelte Ausnahmestimmen im Waldnieler Bürgerhaus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.