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Viersen
Weniger Verletzte durch Glasverbot

Viersen: Weniger Verletzte durch Glasverbot
Damit in Dülken ohne Verletzungsgefahr Altweiber gefeiert werden kann, spricht die Stadtverwaltung wieder ein Glasverbot aus. Dazu werden zehn Kontrollstellen eingerichtet. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Das 2012 eingeführte Glasverbot hat sich an Altweiber in Dülken bewährt. Zehn Kontrollpunkte werden eingerichtet. Von Bianca Treffer

Während sich die einen schon jetzt auf ihre freien Tage an Karneval freuen, steht der Fachbereich Ordnung und Sicherheit der Stadt Viersen vor einer arbeitsintensiven Zeit. Die närrischen Tage verlangen vollen Einsatz - und das nicht nur am Tulpensonntag und Rosenmontag, wenn die Züge in Viersen, Dülken und Süchteln geplant sind.

Ein Kraftakt ist der Altweiberdonnerstag in Dülken. Auf dem Alten Markt wird der Straßenkarneval eröffnet. Dabei setzt die Stadtverwaltung Viersen erneut auf eine bewährte Verfügung: Sie verhängt ein Glasverbot. Das heißt, es dürfen keine Glasbehältnisse in dem ausgewiesenen Bereich der Innenstadt mitgenommen werden.

Dass das Glasverbot einen positiven Aspekt hat, zeigen die Zahlen: Gab es beim ersten Glasverbot im Jahr 2012 noch 21 Einsätze wegen Schnittverletzungen, so sank die Zahl 2013 auf vier - eine Abnahme um fast 80 Prozent. Diese niedrigen Zahlen bestimmten auch die vergangenen beiden Jahre. Zudem konnte das Müllaufkommen reduziert werden. Damit musste weniger Arbeit für die Säuberung der Straßen geleistet werden.

So sieht das Glasverbot 2016 aus: "Wir richten zehn Sperrstellen ein, an denen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und ein zusätzlicher privater Sicherheitsdienst kontrollieren werden", sagt Thomas Ricker, Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit. An diesen Einzugskontrollen stehen insgesamt 16 Tonnen mit Volumen von je 240 Liter.

"Als wir im Jahr 2013 mit dem Glasverbot angefangen haben, standen an den Kontrollpunkten noch Container mit einem Fassungsvermögen von 1000 Liter", sagt Thomas Biener, Abteilungsleiter Ordnung und Straßenverkehr. "Diese Größe brauchen wir aber nicht mehr, da sich die Besucher auf das Glasverbot eigentlich ganz gut eingestellt haben." Viele Gäste würden ihre Getränke direkt in Plastikflaschen mitbringen. Zumal auch die Getränkeindustrie auf die Glasverbote in vielen Kommunen reagiert hat- so gibt es die bekannten kleinen Fläschchen mit Hochprozentigem mittlerweile auch in Kunststoffverpackungen. Dennoch sind nach Ansicht der Verwaltung die Kontrollen nötig. Denn auch wenn das Glas weniger geworden ist, so bringen Besucher immer noch Glasbehältnisse mit.

Besonderen Wert legen die Mitarbeiter an den Sperren auf die "deeskalierende Gestaltung" der Kontrollen. Dafür gibt es die Känguruprüfung. Das heißt: Die Besucher dürfen an den Kontrollpunkten kräftig hüpfen. "Das kommt gerade bei den Jugendlichen gut an und sorgt für Lacher. Wir hingegen hören bei den Sprüngen, wenn Glas in Rucksäcken und Co klappert", sagt Ricker. Die Mitarbeiter der Stadt sowie des Sicherheitsdienstes sind zudem befugt, die Taschen der Besucher zu kontrollieren. Entdecken sie Flaschen oder andere Glasbehältnisse, müssen die Besitzer diese direkt abgeben. Wer auf sein Getränk nicht verzichten will, kann es in große, stabile Kunststoffbecher umfüllen, die an jeder Station kostenfrei bereit stehen. "Wir haben insgesamt 5000 Becher vor Ort", sagt Biener. Was in diesem Jahr nicht gebraucht wird, geht im kommenden Jahr erneut in den Einsatz.

An den Kiosken und in den Kneipen heißt es ebenfalls: Getränke, die Besucher mit nach draußen nehmen möchten, werden in Kunststoffbecher gefüllt oder in Kunststoffflaschen verkauft.

Was für den Altweiberdonnerstag gilt, gilt nicht für die drei Karnevalsumzüge in Viersen, Dülken und Süchteln. "Anders als an Altweiber ist bei den Umzügen kein Zusammenhang zwischen der Verletzungsgefahr und dem Müllaufkommen", erklärt Thomas Ricker. "Wir greifen jedes Jahr die Parameter ab, und bis dato gab es keine Veranlassung für das Glasverbot." Damit macht die Stadt Viersen deutlich, dass es sich bei dem Glasverbot um keine Schikane handelt, sondern um eine gezielte Maßnahme, mit der die ungetrübte Freude am Karneval erhalten bleiben soll.

Quelle: RP
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