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Wassenberg
Ein Festtag für Briefmarkenfreunde

Wassenberg: Ein Festtag für Briefmarkenfreunde
Briefmarkentauschtag im Betty-Reis-Forum in Wassenberg: die zahlreichen Ausstellungsbesucher reisten aus Krefeld, Düsseldorf, Aachen, Neuss, Moers und den benachbarten Niederlanden an. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Internationaler Großtauschtag: Einmal im Jahr verwandeln die Birgelener Briefmarkenfreunde und die Briefmarken-Arbeitsgemeinschaft der Betty-Reis-Gesamtschule das Forum in einen Treffpunkt der Philatelisten-Szene. Von Daniela Giess

"Morgens um halb neun war der Schul-Parkplatz schon voll", freute sich Vereinsvorsitzender Franz-Josef Breuer. Rund 40 verschiedene Rahmen, in denen die Aussteller ihre gezackten Ausstellungsstücke präsentierten, waren gestern zu sehen. Als Jury fungiert in jedem Jahr ein Verein aus dem Birgelener Ortsring, diesmal die örtliche St. Martinsgruppe. Die beiden "Abgesandten" hatten die Qual der Wahl - sie machten sich eifrig Notizen, durften bis zu 20 Punkte pro Teilnehmerprojekt vergeben - ohne zu wissen, wer der jeweilige Aussteller ist.

Aus Krefeld, Düsseldorf, Aachen, Neuss, Moers und den benachbarten Niederlanden reisten die zahlreichen Ausstellungsbesucher an. Viele, um an den langen Tischreihen im Mensabereich der Betty-Reis-Gesamtschule Platz zu nehmen und Fachgespräche mit anderen Besuchern zu führen oder Marken zu tauschen.

Ausstellungsleiterin Gisela Hohm ist das Urgestein der Birgelener Briefmarkenfreunde. Anno 1970 gründete sie die Jugendgruppe, der sich schnell 40 sammelfreudige Mädchen und Jungen aus dem Ort anschlossen. Als sich die Birgelener Philatelistin in der Zeit von 1979 bis 1980 mit ihrer Familie in Saudi-Arabien aufhielt, entstand an der inzwischen aufgelösten Hauptschule in Wassenberg daraus die Briefmarken-AG, die der damalige Rektor Sepp Becker leitete. 1990 wurde die Betty-Reis-Gesamtschule aus der Taufe gehoben, die zunächst von Gisela Hohm und seit seiner Pensionierung im Jahr 2007 erneut von Becker geleitet wird, der selbst enthusiastischer Sammler ist. Etwa 15 bis 20 Gesamtschüler machen hier mit. Sie treffen sich jeden Donnerstag in der Mittagspause, um der Briefmarken-Leidenschaft nachzugehen. Schulleiterin Dr. Karin Hilgers ist stolz auf die Gruppe, die sich bei ihrem nie aus der Mode gekommenen Hobby nicht nur unterschiedlichen Themengebieten wie Sportarten oder Ländern widmet, sondern gleichzeitig ihre Feinmotorik trainiert, wenn AG-Leiter Sepp Becker ihnen erklärt, wie man die Marken vorsichtig von den Umschlägen löst. "Viele bleiben dran, aber mit der Pubertät scheiden auch einige aus", hat die Schulleiterin festgestellt.

Florian Röckl ist einer, der immer "drangeblieben" ist. Früher AG-Mitglied der Schule, gehört der inzwischen 24-Jährige zum Ausstellerkreis beim internationalen Großtauschtag. Weil der junge Mann inzwischen in Münster wohnt und arbeitet, schickte er seine Exponate auf dem Postweg zu Ausstellungsleiterin Gisela Hohm nach Birgelen.

Heinz Schöffler aus Arsbeck belegte mit seiner Serie "Das Berliner Tor im Zeichen der Zeit" den ersten Platz des Wettbewerbs. Schöffler, der das Krankenbett hüten musste und sich von seiner Ehefrau bei der Siegerehrung vertreten ließ, hatte viele verschiedene Marken, die das Brandenburger Tor zeigten, zusammengetragen. Die Concorde ist Michael Ganteföhrs Ausstellungsthema, mit dem er den zweiten Rang erreichte. Er gehört wie der Erstplatzierte Heinz Schöffler den Birgelener Briefmarkenfreunden an.

Die Arbeitsgemeinschaft der Betty-Reis-Gesamtschule erzielte den dritten Platz mit ihren Rahmen zur Ausstellung zum Thema Judentum, die zurzeit in der Schule zu sehen ist, sowie zu den bevorstehenden Wassenberger Europatagen. Die Schüler hatten sich viel Arbeit gemacht, dafür unter anderem Informationen über ihre Schule und das jüdische Mädchen, nach dem die Schule benannt ist, zusammen getragen.

Quelle: RP
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