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Wassenberg
Wieder Leben in der alten Mühle

Wassenberg: Wieder Leben in der alten Mühle
Der neue Inhaber Dr. Manfred Sommer und Küchenchef Willi Dorissen vor der Gaststätte "Zur Mühle". Vor allem die Ophovener Vereine freuen sich, die einzige Gaststätte im Ort wieder als Treffpunkt zu haben. FOTO: Jörg Knappe
Wassenberg. Vor fünf Jahren schloss die Gaststätte "Zur Mühle" in Ophoven. Das Haus stand seitdem leer. Seit wenigen Tagen ist die Gaststätte wieder offen. Im Obergeschoss lebt eine Seniorenwohngemeinschaft. Von Angelika Hahn

Seit wenigen Tagen herrscht wieder Leben in der Ophovener Mühle - fünf Jahre nach der Schließung ist die "gute Stube" des Dorfes wieder Treffpunkt für Bürger und Vereine. Auch die Kegelbahn ist wieder geöffnet. Das Restaurant "Zur Mühle" wird nach gründlicher Renovierung nun von Christoph Sommer (37) geführt. Sein Vater Dr. Manfred Sommer ist gemeinsam mit seiner Frau neuer Inhaber des Gebäudes - das neben dem Restaurant im Erdgeschoss und vier Hotelzimmern eine weitere Einrichtung beherbergt - die neu und ein besonderes Anliegen der Inhaber ist.

Das Gros des früheren Hotel-Bereichs im Obergeschoss wurde unter tatkräftiger Mithilfe von Sohn Markus Sommer (38) als Tischler und Diplomdesigner komplett umgebaut und bietet in Einzel-/Doppelzimmern und Gemeinschaftsräumen für eine selbstverantwortete Wohngemeinschaft von bis zu zwölf Menschen mit demenziellen Veränderungen ein Zuhause.

Diese in der Region relativ neue Wohnform unterscheide sich von einem Pflegeheim und dem klassischen Betreuten Wohnen, erläutert Allgemeinmediziner Sommer (68), der 30 Jahre lang eine Hausarztpraxis in Waldfeucht führte. Träger der Wohngemeinschaft seien die Bewohner als Mieter, vertreten von den mit der Betreuung beauftragten Angehörigen oder amtlichen Betreuern, die sich regelmäßig treffen werden. Die Gemeinschaft wählt und organisiert in dieser Wohnform selbstständig den Pflegedienst (getragen von den Pflegekassen) und das gesamte weitere Serviceangebot der Tages- und Nachtbetreuung (Kochen, Putzen, Nachtwachen, Begleitung in der Tagesstruktur etc.). All diese Kosten werden (mit Ausnahme von individuellen Extra-Leistungen) umgelegt.

Sommer ist überzeugt: "Dies ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein Wohnmodell mit Zukunft - deutlich weniger teuer als eine Heimunterbringung." Der Bedarf für solche Wohnmodelle scheint da zu sein. "Alle Plätze waren schnell vergeben, es gibt bereits weitere Anfragen", sagt der Arzt, der seit vier Jahren Ruheständler ist.

Das Engagement der Sommers kommt nicht von ungefähr. Viele Jahre zählte der Arzt Bewohner von Altenheimen zu seinen Patienten. Und seine von den Philippinen stammende Ehefrau Eglantina (zugleich Mitinhaberin), eine gelernte Krankenschwester, betreibt seit 18 Jahren ein privates Pflegeheim in Waldfeucht-Haaren.

Doch zurück zum Restaurant "Zur Mühle", das Sohn Christoph betreibt, der eigentlich gelernter Tischler ist. Als ehemaliger Betreiben eines Billardcafés hatte er seine Neigung zur Gastronomie entdeckt. Als Küchenchef engagierte Sommer Willi Dorissen (27), der im Wassenberger Restaurant Tante Lucie gelernt hat und anschließend auch dort sowie in der Prospex-Kantine Erfahrungen sammelte.

Derzeit ist das Restaurant erst ab 17 Uhr geöffnet. Das wird sich aber ab Mai ändern. Mit Beginn der Radfahrsaison und der Außengastronomie soll ab 10 Uhr geöffnet sein, die Küche eine Tages- und Abendkarte anbieten. Ein großer Saal steht für Gesellschaften und Hochzeiten zur Verfügung.

Vor wenigen Tagen war offizielle Eröffnungsfeier: Seitdem haben die Ophovener Vereinsmenschen wieder als Stammgäste ihre alte neue "gute Stube" in Besitz genommen.

Quelle: RP
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