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Wegberg
Das ist Wegbergs Leitfaden zum Sparen

Wegberg: Das ist Wegbergs Leitfaden zum Sparen
Die Stadt Wegberg hat rund 60 Millionen Euro Schulden und muss sparen. Stadtrat und Verwaltung haben deshalb gemeinsam ein Sparpaket geschnürt, das die Finanzpolitik der nächsten Jahre bestimmen wird. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Die klamme Stadt Wegberg schnürt ein erstes Paket mit 23 konkreten Sparmaßnahmen. Es dient als Leitfaden für künftige finanzpolitische Entscheidungen. Spätestens im Jahr 2025 muss die Stadt mit dem Schuldenabbau beginnen. Von Michael Heckers

Es ist nur ein erster, aber dafür ein wichtiger Schritt in eine bessere finanzielle Zukunft der Stadt Wegberg: Der Rat hat die Verwaltung am Dienstagabend einstimmig beauftragt, die in der Klausurtagung am 15. August entwickelten Sparmaßnahmen in ein Haushaltssicherungskonzept (HSK) aufzunehmen. Die von der Verwaltung vorgelegte Sparliste beschreibt 23 HSK-Maßnahmen, die zur Haushaltskonsolidierung beitragen sollen. Über diese müssen die zuständigen Fachgremien im Einzelnen noch abschließend entscheiden.

Die Stadt Wegberg schiebt einen Schuldenberg in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro vor sich her. Der darf künftig nicht mehr wachsen. Deshalb muss die Stadt jetzt ein Haushaltssicherungskonzept erarbeiten, das zum Ziel hat, dass Wegberg spätestens in zehn Jahren, also im Jahr 2025, einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen und mit dem Schuldenabbau beginnen kann. Würde die Stadt in ihren Sparbemühungen nichts ändern, würde der Haushalt 2024 nicht die Wende zum Schuldenabbau einläuten, sondern immer noch ein erneutes Minus von 2,93 Millionen Euro aufweisen.

Um dieses Minus zu verhindern, haben Rat und Verwaltung 150 Sparvorschläge gesammelt, geprüft und ausgewertet. Übrig blieben 23 Maßnahmen. Mit Hilfe der Sparliste ließe sich das Defizit im Jahr 2024 um 2,37 Millionen Euro senken, erklärte die kommissarische Kämmerin Sonja Kühlen. Die dann noch verbleibende Deckungslücke von 560 000 Euro soll durch eine Deckelung bei der Instandhaltung städtischer Immobilien geschlossen werden, zu der Baudezernent Rudolf Fabry erklärt: "Wir geben künftig pro Jahr nicht mehr als 900 000 Euro für die Instandhaltungen der Immobilien aus."

Die Sparliste zeigt, wohin die Reise geht: Vor allem bei Schulen, Turnhallen und dem Hallenbad will die Stadt Wegberg künftig sparen. Die Steuern werden steigen. "Diese Maßnahmen bedeuten teils harte Einschnitte für die Bürger unserer Stadt, das ist allen hier im Sitzungssaal des Rathauses bewusst", sagte Bürgermeister Michael Stock. Doch der konsequente Sparkurs sei zwingend notwendig. Stock bedankte sich mit Blick auf die zurückliegende Klausurtagung für "die sachorientierte und konstruktive Zusammenarbeit von Rat und Verwaltung". Jetzt gehe es darum, die Maßnahmen auch umzusetzen und weitere Ideen zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes zu entwickeln. Der Bürgermeister, bekennender Radsportfreund, bemühte einen symbolischen Vergleich mit der Tour de France, dem härtesten Radrennen der Welt: "Den Prolog haben wir hinter uns, aber der Weg ist noch weit."

Quelle: RP
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