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Wegberg
Keramikarbeiten im reetgedeckten Hof

Wegberg: Keramikarbeiten im reetgedeckten Hof
Margret Oberheid (rechts) im Gespräch mit einer Kundin. Seit über zwei Jahren ist sie mit ihrer Töpferei in Schwaam ansässig. Dort stellt sie Gefäß-Keramiken her, bei denen sie vor allem auf alte, klassische Formen inklusive moderne Ausführungen zurückgreift. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Der Kontrast der mit unterschiedlichen Arbeitstechniken hergestellten Gefäße und künstlerischen Unikate machte den besonderen Reiz des Herbstfestes in der Töpferei Oberheid in Wegberg-Schwaam aus. Die Nachfrage ist da. Von Nicole Peters

Seit mehr als zwei Jahren ist Margret Oberheid jetzt mit ihrer Töpferei im Ort ansässig und freut sich seither über rege Nachfrage nach ihrem Stein- und Schönzeug, das sie in dem historischen reetgedeckten ehemaligen Bauernhof herstellt und verkauft. "Ich produziere jeden Tag, und ein- bis zweimal die Woche hole ich Ware aus dem Brennofen heraus", erklärte sie während des zweitägigen Herbstfestes, das sie zusammen mit Gastkeramikerin Angelika Jansen organisierte.

Sie hat immer andere Ware vorrätig. Bei ihr handelt es sich um Gefäß-Keramiken, die sie in unterschiedlichen Formen und diversen schönen Glasuren brennt. Es ist Steinzeug, das im Ofen Hitze von 1250 Grad Celsius erfährt - es sind Einzelstücke, bei denen sie vor allem auf alte, klassische Formen inklusive moderne Ausführungen zurückgreift. So war bei ihr eine große Auswahl an Gebrauchskeramik, an Bechern, Tassen, Tellern, Schüsseln, Schalen und vielem mehr zu entdecken. Ob unifarben mit variierender Farbprägung oder Pfauenaugenmuster in Blau-Weiß: individuell und stilecht wirkten die Gefäße. Ergänzend dazu bot Oberheid Schönzeug an: Durchgefärbte Kerzen, gewebte Kaschmirschals aus Frankreich, Tischsets einer amerikanischen Designerin und Weihnachtdekoration gehörten dazu.

Verschiedene Rauchbrandtechniken hatte die Brüggener Keramik-Designerin Angelika Jansen zur Herstellung ihrer künstlerischen Objekte angewandt. Eine Auswahl zeigte sie im jüngst restaurierten, ehemaligen Ziegenstall. Fundstücke wie Korken, Hölzer oder Garnspulen hatten ihr dabei meist die Form des Objektes vorgegeben, erläuterte Jansen. Als Eckelement in das Gefäß integriert bis hin zur bildhauerischen Keramik, in deren Zentrum sie vier hölzerne Garnspulen platzierte. Gedreht sowie mit Plattentechnik und gegebenenfalls verbindendem Steg oder als Kästen gebaut: Die Formenvielfalt war umfänglich und rief unterschiedliche Wirkungen hervor. Was die Besitzer mit ihnen machten, sei ja ganz ihnen überlassen, merkte die Keramik-Künstlerin zur möglichen Nutzung an.

Aufgrund relativ niedriger Temperaturen beim Brennen seien die Objekte nicht in der Weise verdichtet, dass sie Wasser aufnehmen könnten. Somit erzielten sie in erster Linie dekorative Wirkung oder eigneten sich etwa fürs Einstellen von Trockenblumen. Optisch besonders reizvoll waren die ursprünglich aussehenden Oberflächen. Durch Schmauch- oder Feldbrand waren nach dem Polieren, Tränken in Eisen- oder Kupfersalz sowie Umwickeln mit Pflanzenteilen, Kupferdraht oder Sisalschnur darauf rauchgemalte Bilder und Strukturen entstanden, die Jansen mit Bienenwachs versiegelte.

Nach dem ebenfalls ursprünglichen Raku-Brand bildeten glasierte, mit feinen Craceléen durchzogene Flächen ausdrucksstarke Kontraste zu den unglasierten, vom Rauch schwarz eingefärbten Bereichen. Aufgrund von Farbe oder Material der Fundteile wählte die Keramikkünstlerin die jeweilige Brenntechnik aus.

Quelle: RP
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