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Wermelskirchen
Autorenlesung zu "Das Buch Deborah" macht Lust auf mehr

Wermelskirchen. Das Thermometer zeigte am Sonntagabend knapp 30 Grad. Da war das Kunstatelier "Zauberbude" von Erdmute Scheckat ein feines und kühles Plätzchen für eine Autorenlesung. Bernd Geisler (67), freier Journalist und Autor, präsentierte sein Buch "Das Buch Deborah". Der kurze Einblick in sein neues Werk, konnte die Zuhörer begeistern und fesseln. Mehr als einen Appetithappen wollte der Autor aber natürlich nicht preisgeben.

"Gut ein Jahr habe ich an diesem Buch gearbeitet", sagte Geisler und fügte lachend hinzu: "Natürlich nicht ununterbrochen". Figurenentwicklung, Handlung und Recherche dauern eben und müssen sorgfältig gemacht werden. Der Autor nimmt diese Arbeit bei seinen Werken sehr ernst.

Die Handlung spielt im Bereich Bensberg und Bergisch Gladbach, und die Orte der Handlung existieren tatsächlich. Dazu hat Geisler im Vorfeld ganz genau recherchiert, damit er die Areale entsprechend präzise beschreiben konnte. Das gilt auch für die handelnden Personen. "Zuerst wird die Geschichte entwickelt. Dann kommen die Figuren hinzu. Und diese Figuren werden in meinem Kopf lebendig. Sie handeln, streiten oder sprechen und ich muss es nur noch aufschreiben", erklärte Geisler sein Vorgehen. Jeder Charakter hat seine Lebensgeschichte bis hin zu den Großeltern, "auch wenn die gar nicht in der Geschichte vorkommen".

Die Hauptperson ist die junge Deborah Goldmann, die durch die Ereignisse plötzlich von allen Seiten Druck bekommt. "Es ist ein Entwicklungsroman", sagt der Autor. "Am Anfang schläft der Held oder die Hauptperson. Dann kommt der Weckruf oder das Ereignis und die Geschichte nimmt Fahrt auf". Da es sich um einen Krimi handelt, soll aber natürlich nicht zu viel verraten werden. Dennoch machten die kleinen Ausschnitte der Lesung, den Zuhörern durchaus Appetit auf mehr - vor allem Lust zum selber lesen.

Neben einer verzwickten und geschickten Geschichte, ist es vor allem die exakte und detailreiche Beschreibung, die die Personen zum Leben erwecken. Und der Zuhörer erfuhr bei seiner Lesung auch, dass persönliche Dinge oder Erfahrungen durchaus in das neue Werk von Geisler eingeflossen sind.

Zum Beispiel der Mohnkuchen von Geislers Großmutter. "So etwas gibt es nur noch bei Café Wild - leider ohne Rosinen aber sonst: Zum rein setzen." Auch der Tod seines Großvaters, der bei einer Kutschfahrt stürzte und zu Tode kam, wird in der Geschichte verarbeitet. "Rohstoff ist das Leben", zitierte Geisler den irischen Schriftsteller Oscar Wilde. Da hat er wohl recht und befindet sich damit auch in guter Gesellschaft.

Buchtipp "Das Buch Deborah", Bernd Geisler, JUHR Verlag, Remscheid/Gardez! Verlag, Wipperfürth, ISBN: 978-3-89796-219-4

(wsb)
 
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