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Nachruf Hans Finkenbusch
Beharrlich für die Senioren in Wermelskirchen eingesetzt

Wermelskirchen. Wermelskirchen (tei.-) Er war unbequem. Im besten Sinne bergisch-stur. Im Alter von 63 Jahren war er erst in die Politik gegangen. Als ehemaliger Gewerkschafter und Personalratsvorsitzender hatte Hans Finkenbusch das nötige Rüstzeug, das er dann in der örtlichen Politik einsetzte. Besonders im Seniorenbereich. Im Alter von 96 Jahren ist Hans Finkenbusch jetzt friedlich eingeschlafen.

Der Wermelskirchener gehörte der Kriegsgeneration an. Als gebürtiger Elberfelder kam er 1945 aus dem Krieg nach Hause. Frau und der dreijährige Sohn waren damals wohlauf, seine Heimatstadt zerbombt. So zogen sie zu Finkenbuschs Schwiegereltern nach Wermelskirchen. Dass Finkenbusch hierbleiben würde, hatte er anfangs nicht geglaubt, wie er in einem BM-Gespräch erzählte: "Ich hätte mir als Kind nie denken können, das ich, der in einer Großstadt groß geworden bin, in einer Kleinstadt Fuß fassen könnte." Doch durch seine Tätigkeit in Vereinen und in der SPD gewann er viele Freunde. 1946 hat er die 1935 gegründete TuRU Wermelskirchen wieder mit aufleben lassen und war bis zur Fusion mit dem Sport-Verein 09 das ältestes Vereinsmitglied.

Politik hatte Finkenbusch eigentlich nach dem Krieg nicht interessiert. Andere Dinge waren wichtiger. Er verdiente für die inzwischen vierköpfige Familie den Lebensunterhalt im Fernmeldedienst der Deutschen Bundespost, wurde dann bei der Deutschen Postgewerkschaft Funktionär. Damals war es üblich, dass die Funktionäre Mitglied in der SPD wurden.

Von 1975 bis 1989 gehörte Finkenbusch für die SPD dem Stadtrat an, war bis 1999 im Werks- und Sozialausschuss, bis 1996 im Sportausschuss. Er war im Aufsichtsrat des Krankenhauses, Schöffe am Amtsgericht in Bergisch Gladbach, Mitbegründer des Kreisseniorenbeirats und für zwei Dekaden Vorsitzender des örtlichen Seniorenbeirates.

Letzteren hatte er von einem Kaffeekränzchen wieder zu einem wichtigen Mitsprachegremium für die Belange der Senioren gemacht. Er war aktiver Helfer beim Senioren- und Behinderten-Service (SuBS).

Der Träger der silbernen und goldenen Ehrennadel von TuRU, des Verdienstkreuzes erster Klasse und des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland sagte vor zehn Jahren der Politik adé.

Die Beisetzung findet in aller Stille statt.

Quelle: RP
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