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Manfred Schmitz-Mohr
"Den Müll kriegt man nicht in den Griff"

Manfred Schmitz-Mohr: "Den Müll kriegt man nicht in den Griff"
FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Wermelskirchen. Seit sieben Jahren ist Manfred Schmitz-Mohr (75) Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Wermelskirchen. Er freut sich auf die Aktion "Saubere Stadt" am Samstag. Das Grundproblem mit dem Müll aber liegt für ihn beim Bürger.

Herr Schmitz-Mohr, seit 133 Jahren besteht der Verschönerungsverein. Warum ist Wermelskirchen immer noch so dreckig?

Schmitz-Mohr (lacht) Naja, weil die Leute ihren Dreck weiterhin rücksichtslos auf die Straße fallen lassen. Wir machen ja viele Aktionen im Verein, aber ein paar Tage später ist der Müll schon wieder da. Wir kriegen es einfach nicht in den Griff.

Ist Wermelskirchen aus Ihrer Sicht eine sehr verschmutzte Stadt?

Schmitz-Mohr Nein. In anderen Städten sieht es nicht anders aus. Das ist vor allem in den Innenstädten nicht zu verhindern. So ähnlich wie mit dem Hundekot, so ist das auch mit dem achtlos weggeworfenen Abfall.

Am Samstag ist die Aktion "Saubere Stadt". Wie wichtig ist der Tag?

Schmitz-Mohr Die Aktion erfährt seit Jahren einen erfreulich großen Zuspruch. Beim letzten Mal haben wir bis zu 40 Kubikmeter Unrat eingesammelt. Daran sieht man, wie wichtig der Tag ist. Der Rheinisch-Bergische Kreis ist mit allen Städten beteiligt. Wir haben Schulen und Vereine und alle Bürger eingeladen. Es kommen immer etwa 300 Leute.

Wie kann man sich am besten beteiligen und mithelfen?

Schmitz-Mohr Mitbringen braucht man nichts. Kommen Sie ab 14 Uhr an die Feuerwache. Sie bekommen Handschuhe und Säcke. Unser Geschäftsfüher Bernd Weiß teilt alle in die Bezirke ein. Wünsche kann man natürlich äußern, und dann ziehen wir in Zweiertruppen los. Auch in Dabringhausen und Dhünn sind helfende Hände sehr willkommen.

Das Pflaster in der Innenstadt ist tief. Zigarettenkippen bekommt man da kaum heraus, oder?

Schmitz-Mohr Das stimmt. Die Stadt hat vor drei Jahren bereits Aschenbecher aufgestellt. Aber viele Raucher schmeißen die Kippen trotzdem einfach hin. Aber so kleinteilig werden wir am Samstag nicht arbeiten. Wir holen das Gröbste von den Straßen.

Wie verläuft der Tag dann?

Schmitz-Mohr Wenn wir losgezogen sind, wird alles gesäubert. Bis 16 Uhr, dann gibt es Brötchen und Brühwürstchen für die Helferinnen und Helfer. Mit einem guten Willen, könnte man so viel verändern.

Gibt es Schandflecken, die Sie stören?

Schmitz-Mohr Zwischen Telegrafenstraße und Kölner Straße ist eine kleine Gasse, da ist immer viel Taubendreck. Die Leute füttern die Tiere, deswegen ist es eine ganz schlimme Ecke. Da können die Anwohner nicht viel tun. An dem Rastplatz am Stadtrand hinterlassen Fernfahrer auch viel unappetitlichen Müll.

Kann man von Bürgern erwarten, dass sie dort saubermachen?

Schmitz-Mohr: Die Fast-Food-Kette hat bereits eine eigene Truppe dort am Rastplatz. Autobahnauffahrten - egal wo- sind immer verschmutzt. Den Müll bekommt man nicht in den Griff. Diese Unarten sind nicht wegzukriegen.

Müsste die Stadt mehr tun?

Schmitz-Mohr Ja und nein. Zwei Mann mit Besenreinigern ziehen durch die Straßen. Aber, wie gesagt, das Grundübel liegt nicht bei der Stadtverwaltung oder beim Verkehrsverein, sondern bei den Bürgern, die mit der Stadt nicht sorgsam umgehen. Mit etwas Einsatz, könnten wir alle viel mehr schaffen.

In der Vereinssatzung verpflichten Sie sich zur "Schaffung, Pflege und Erhaltung von Einrichtungen." Auf welche Projekte sind Sie stolz?

Schmitz-Mohr Auf die Anschaffung und Pflege der mehr als 100 Bänke. Wir haben acht Hundetoiletten angeschafft. Und wir haben eine Patenschaft für den Weihnachtsbaum, wo wir versuchen, alles sauber zu halten. Außerdem pflegen wir den Marktbereich - dort bepflanzen wir die Blumenkübel.

Welche Aktionen sind in naher Zukunft noch geplant?

Schmitz-Mohr Wir warten noch darauf, dass die Verwaltung ihr Versprechen einlöst und das Pflaster in der Stadt neu verfugt. Dann könnte man dort vernünftig kehren. Bis jetzt ist das nicht eingehalten worden.

JESSICA BALLEER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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