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Wermelskirchen
Den Schulalltag auf den Kopf gestellt

Wermelskirchen: Den Schulalltag auf den Kopf gestellt
Auch spielerisch ging es bei der Projektwochen-Präsentation im Gymnasium zu: Hier ist Nele beim Spiel "Von der Murmel zum Fidget Spinner" beim Punktewurf zu sehen. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Schüler und Lehrer des Gymnasiums stellten am Wochenende die Ergebnisse der Projektwoche vor. Das Motto lautete "Zukunft braucht Geschichte - Schule auf Zeitreise". Von Theresa Demski

Zum Abschluss der Projektwoche herrscht Hochbetrieb im Gymnasium. Eltern, Großeltern und Geschwister schlendern über die Gänge und lassen sich von den Schülern die Ergebnisse der besonderen Schulwoche zeigen. Unter dem Motto "Zukunft braucht Geschichte - Schule auf Zeitreise" haben die Kinder und Jugendlichen im 150. Jahr der Schulgeschichte geforscht, gewerkelt und formuliert - unter der Federführung von Projektwochenleiter Christian Vorkauf.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. 36 Projektgruppen laden in den Klassenräumen zum Entdecken und Mitmachen ein. Gleich im Eingangsbereich präsentieren Schüler ein großes, neues Wandbild mit historischen Fotos und eigenen Gemälden. Weiter oben im Gebäude verwandeln Schüler mitgebrachte T-Shirts kurzerhand in schmucke Beutel und berichten gut gelaunt von ihrem "Upcycling-Projekt". Einen Blick in die Zukunft haben Jungen und Mädchen während der Projektwoche in der Gruppe "Edutopia" geworfen. Ideen wie Lehrerroboter, Schulbusse mit Raketenantrieb und Hologramme sind dabei aufgetaucht.

Für einen Augenblick der Ruhe haben die Schüler nebenan ihre Klassentüre geschlossen: Eine Woche lang haben die Jugendlichen für ihren "Poetry-Slam" geprobt. Entstanden sind ehrliche, zuweilen poetische Texte über Krieg, Verfolgung, eigene Ängste und auch über Autos. "Ich bin eine Mauer, auf mich tropft Blut", sagt Leon Rebold (15) vor großem Publikum und liest weiter aus seiner Dichtung. Er erinnert an Grenzzäune, Schießereien, Tote und lässt den Zuhörer nachdenklich zurück. Das gelingt auch Emma Stibani (13) mit ihrer Dichtung über Hitler und das Dritte Reich. "Wir konnten die Menschen ihm nur folgen? Zu Tausenden diesem hässlichen Typen nachlaufen?", fragt sie. Hier klingt die Projektwoche nachdenklich und aufrüttelnd.

Musikalisch präsentiert sie sich indes weiter unten in der Schule. Keinen freien Platz finden viele Besucher bei dem Konzert des Projektchors im Musikraum. Stücke von Ed Sheeran bis zu den Beatles, Klavierklänge ebenso wie Cajón-Rhythmen klingen durch die Flure. Später haben die Mädchen und Jungen ihren großen Auftritt im PZ. Dort sorgen Schüler den Rest der Zeit für die Verpflegung der Gäste.

Frisch gestärkt können sich die Besucher dann auf den Weg zum nächsten Rundgang machen. Hier treffen sie auch auf Tim Frederick Schulz und Enrico Klöckner aus der Dino-Gruppe, die begeistert über ihre Ausgrabungen der vergangenen Woche berichten.

Die beiden Jungs scheinen Experten auf dem Gebiet der Dinosaurier und Steine zu sein - und schnell springt der Funken der Begeisterung auf ihre Zuhörer über. "In dieser Woche waren ganz andere Kompetenzen gefragt, als sonst", sagt Lehrerin Stephanie Richter, "und wir haben viele Schüler von einer ganz anderen Seite kennengelernt." In entspannter Atmosphäre, völlig ohne Leistungsdruck seien viele Schüler richtig aufgeblüht, ergänzt Marita Bahr, Leiterin des Gymnasiums. Sie wünscht sich daher auch für den Schulalltag mehr Zeit für solche Projekte, die andere Fähigkeiten zutage fördern.

Quelle: RP
 
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