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Wermelskirchen
Eine Teststrecke für Stoßdämpfer

Wermelskirchen: Eine Teststrecke für Stoßdämpfer
Solche Aufbrüche am Straßenrand sind an vielen Stellen der Wolfhagener Straße zu finden. FOTO: Udo Teifel
Wermelskirchen. Die Wolfhagener Straße ist längst ein Flickenteppich. Überall Aufbrüche und Stolperfallen für Fußgänger. Die Stadt will in 14 Tagen damit beginnen, die Schlaglöcher auszubessern. Von Udo Teifel

Wer die Wolfhagener Straße befährt, sollte gute Stoßdämpfer und heile Querlenker haben. Und natürlich eine gesunde Bandscheibe. Die Fahrt wird zur Belastung für die Fahrzeuge - und die Menschen: eine aufgebrochene Fahrbahndecke an vielen Stellen mit tiefen Löchern an den Rändern. "Die Straßenschäden nehmen überhand", kritisierte im Februar Anlieger Hanswalter Weber. "Das wird immer schlimmer."

Harald Drescher, Leiter des Tiefbauamtes, kannte die Probleme und teilte im Februar mit: "Unser Betriebshof ist bemüht, nach dem Winterhalbjahr die Schäden zu reparieren." Weber dazu gestern in der BM-Redaktion: "Wann soll denn die Reparatur geschehen? Mit jedem Tag wird es schlimmer."

Wer die Wolfhagener Straße im Auto befährt, bekommt die Aufbrüche schnell zu spüren: abgesackte Leitungen, flächige Löcher im Asphalt bis zu drei Zentimeter tief, zerbröselter Asphalt an den Seitenrändern, die zur gefährlichen Stolperfalle auch für Fußgänger oder Radfahrer werden können, Längsrillen, wo die Reparaturschicht aus dem vergangenen Jahr nicht mehr hält und sich teilweise schon "verflüchtigt" hat. Es rumpelt kräftig im Fahrzeug.

Zwei bis drei Zentimeter tief sind die Löcher teilweise. FOTO: Teifel, Udo (tei)

Über diese Straße fahren nicht nur die Anlieger, sondern laut Weber tagtäglich auch bis zu 20 Lastwagen zu einer an der Wolfhagener Straße ansässigen Firma. "Dadurch wird die Straße auch nicht besser", meinte der Anlieger.

Klar ist: 2008 sollte die Wolfhagener Straße eigentlich ausgebaut werden. Doch damals lag keine Ausbauplanung vor. Priorität hatten der damalige Innenstadtumbau und andere Straßenbauprojekte. Die Folge war: Die Wolfhagener Straße wurde immer weiter nach hinten geschoben. Inzwischen gibt es konkrete Pläne: Planungs- und Ausbaukosten sind für die Jahre 2019 und 2020 angemeldet.

Großflächig ist an mehreren Stellen der Asphalt abgeplatzt. Und der bestehende Asphalt reißt weiter auf. FOTO: Teifel, Udo (tei)

Der Technische Beigeordnete Dr. André Benedikt Prusa sagte gestern gegenüber unserer Redaktion zu, dass die Schäden in der Straße ausgebessert werden. "In 14 Tagen wird damit begonnen. Was wir mit eigenen Kräften schaffen, tun wir." Der Ausbau ist derzeit kein Thema. "Viele Bürger meinen, man könnte schnell mal eine neue Fahrbahndecke drüberziehen. Doch dabei wissen wir nie, wie der Untergrund dieser Straße ist. Was passiert, wenn wir bei so einer Maßnahme plötzlich feststellen würden, dass der Untergrund wegbricht? So etwas muss sauber durchgeplant werden, und dann ist das ein Neubau. Sonst können uns die Bürger vorwerfen, wir würden Steuergelder verschleudern", sagt Prusa.

Ein Neubau, so machte Prusa klar, hat finanzielle Folgen für die Anlieger. Es habe in der Wolfhagener Straße noch keinen sogenannten Erstausbau gegeben - das heißt für die Anlieger: Sie würden bei den anfallenden Ausbaukosten (Straße, Gehweg, Parkstreifen) anteilig zur Kasse geben. Gerechnet wird nach dem Kommunalen Abgabegesetz (KAG): Und dann müssten die Anlieger etwa 60 Prozent der Kosten mitfinanzieren. Eine Vorplanung gibt es sogar schon. Prusa: "Wir arbeiten hier im Interesse der Bürger und strecken diesen Neuausbau so lange es geht. Sonst sind die Anlieger mit richtig viel Geld dabei."

Quelle: RP
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