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Wermelskirchen
Feuerwehr rät, die Temperatur von Heuballen regelmäßig zu messen

Wermelskirchen. Die Feuerwehr rät Landwirten wie auch Pferdehofbesitzern, die entsprechende Futter- und Streumaterialien in den vergangenen Wochen geerntet oder erworben haben, diese selbstständig und in eigener Verantwortung mit eigenen Temperaturmessgeräten regelmäßig zu überprüfen. Eine besorgte Pferdebesitzerin hatte sich auf der Radevormwalder Feuerwache gemeldet.

Die Frau hatte einen ehemaligen landwirtschaftlichen Hof erworben und hat dort jetzt nicht nur ihre Pferde, sondern auch Heu und Stroh in den landwirtschaftlichen Gebäuden untergebracht und gelagert. "Sie sei besorgt um das in dieser Woche eingelagerte Stroh. Sie habe Angst, es könnte sich selbst entzünden", teilte der Rader Feuerwehrchef Winfried Fischer mit.

Vorsorglich sei die Wachbesatzung der Feuerwache mit einem von der Bergischen Brandversicherung aktuell im vergangenen Monat beschafften und der Feuerwehr Radevormwald leihweise zur Verfügung gestellten Temperaturmessgerät - inklusive Mess-Sonde - zum Hof gefahren und habe dort Temperaturmessungen an den gepressten und gewickelten Strohballen durchgeführt. "Da einige dieser Ballen eine kritische Temperatur von mehr als 60 Grad aufgewiesen haben, wurden diese Ballen mit der Besitzerin ins Freie gebracht", berichtet Fischer.

Diese Verpflichtung ergebe sich aus den Versicherungsbedingungen des jeweiligen Feuerversicherungsträgers, dieser sollte im Zweifelsfall und bei eventuell bestehender Unsicherheit angesprochen werden. "Natürlich steht gerade bei Temperaturen von mehr als 60 Grad auch die Feuerwehr wie immer mit Rat und Tat zur Seite", betont Fischer.

Auch in Wermelskirchen kennt man diese Gefahr der Selbstentzündung. Der stellvertretende Feuerwehrchef Ingo Mueller berichtete von einem Fall aus dem vergangenen Jahr, als die Feuerwehr auf einen Hof gerufen wurde. "Wir haben dort mit einem Schlepper die schweren Ballen auseinandergezogen und gemessen. Dort war aber die Situation unkritisch."

Wird Heu oder Stroh eingelagert, entsteht bei der Trocknung Wärme. Da heute das Heu stark verpresst wird, kann die Wärme nicht entweichen. Es kann zur Selbstentzündung kommen. "Früher hatten wir häufiger solche Einsätze. Da sind Höfe abgebrannt", erinnert sich Mueller. Sollte der Verdacht vorhanden sein, empfiehlt Mueller, sofort die Feuerwehr zu rufen. "Wir haben dafür eine spezielle Mess-Sonde oder auch eine Wärmebildkamera." Da könne schnell geklärt werden, ob eine Gefahr besteht.

(rue/tei.-)
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