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Wermelskirchen
Große Nachfrage nach 45-Stunden-Plätzen

Wermelskirchen. 969 Kindergartenplätze bieten Stadt, Kirche und freie Träger fürs Kindergartenjahr 2016/2017 an. Für 362 Kinder haben Eltern einen 45-Stunden-Platz beantragt. 313 sind derzeit nur möglich -über 49 weitere Plätze entscheidet Ministerium. Von Udo Teifel

Im Rathaus stapeln sich derzeit die Anträge von Eltern, die gern für ihre drei- bis sechsjährigen Kinder eine wöchentliche Vollbetreuung im Kindergarten fürs nächste Kindergartenjahr 2016/2017 wünschen - eben einen 45-Stunden-Platz. Die Nachfrage für solche Plätze ist um 20 Prozent gegenüber dem aktuellen Kindergartenjahr gestiegen - eine jährliche Steigerung von vier Prozent darf das städtische Jugendamt ohne Rücksprache mit dem Landesjugendamt einplanen. Jetzt muss das Familienministerium im Düsseldorf über diese zusätzlichen 49 Anträge entscheiden. Obwohl die Kapazität in den Einrichtungen vorhanden ist.

Stadt, Kirchengemeinden und freie Träger bieten in Wermelskirchen für 969 Kinder im nächsten Jahr einen Platz in 16 Einrichtungen an. Buchen können die Eltern drei unterschiedliche Betreuungszeiten: 25, 35 oder 45 Stunden je Woche. Platz ist für alle Kinder in den 16 Einrichtungen. Da muss die Stadt nicht zusätzliche Plätze schaffen. Nur die jeweilige Verteilung auf die Stundenzeiten sorgt derzeit für Kopfzerbrechen bei den Sachbearbeitern im Rathaus.

Für 173 Kinder unter drei Jahren liegen Anträge für eine Betreuung im nächsten Kindergartenjahr vor, 796 Kinder sind zwischen drei und sechs Jahren. So gibt es bei der Belegung von 25- und 35-Stunden-Plätzen keine Probleme - ja sogar noch freie Kontingente. 170 Eltern von Kindern in allen Altersstufen möchten eine Betreuung von 25 Stunden in der Woche, 373 von 35 Stunden. Aber 426 Kinder sollen eben ganztags, also 45 Stunden in der Woche betreut werden. Das sind 49 mehr als bislang. Für Kinder mit Behinderungen werden insgesamt 32 Plätze, jeweils 16 Plätze im Rahmen der Einzelintegration und in den zwei heilpädagogischen Gruppen Wellerbusch, zur Verfügung gestellt.

Unberücksichtigt ist in den jetzt für den Fachausschuss vorgelegten Daten ein möglicher Mehrbedarf an Kindergartenplätzen im Rahmen der Flüchtlingszuweisung. Der Grund: Es gibt hierfür keine Prognosen.

Die Stadtverwaltung geht von Betriebskosten für das Kindergartenjahr 2016/2017 von 6,57 Millionen Euro aus. Abgezogen werden muss von diesem Betrag ein Landeszuschuss von 2,2 Millionen Euro. Die freien Träger müssen zudem einen Finanzierungsanteil von 410.831 Euro übernehmen, so dass der kommunale Anteil an den Gesamtkosten aller Kindertagesstätten 3,95 Millionen Euro beträgt.

Der Fachausschuss muss nun einen Beschluss fassen, dass die Stadtverwaltung eine Ausnahmegenehmigung für die 49 45-Stunden-Plätze beim NRW-Familienministerium beantragen kann. Sollten dieses Mehr an 45-Stunden-Betreuungszeiten abgelehnt werden, muss die Stadtverwaltung bei allen Trägern von Tageseinrichtungen kürzen. Die Kinder verlören damit nicht ihren Kindergartenplatz, denn die Kapazität ist ja vorhanden, aber sie müssten in andere Betreuungskontingente, vor allem in die 35-Stunden-Betreuung je Woche, geschoben werden.

Quelle: RP
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