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Wermelskirchen
Große Spendenbereitschaft nach Bränden

Wermelskirchen: Große Spendenbereitschaft nach Bränden
Das Team des Friseurs "Haar Dieb" zeigt einen Teil der Sachspenden, die allein am gestrigen Vormittag dort abgegeben wurde (v.l.): Jana Beckmann, Reyhan Kücükhüseyin, Evelyne Blicke, Nicole Nakoinz und Angelo De Luca. FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Im Friseursalon "Haar Dieb" sind zahlreiche Sachspenden abgegeben worden. Diese werden an die drei Familien verteilt, die von den Bränden in Dhünn und an der Berliner Straße betroffen sind. Morgen ist der letzte Abgabetag. Von Stephan Singer und Sebastian Radermacher

Noch bis einschließlich am morgigen Samstag (7 bis 16 Uhr) nimmt der Friseursalon "Haar Dieb" an der Remscheider Straße 12 Sachspenden für die drei Wermelskirchener Familien entgegen, die innerhalb von zwei Tagen durch zwei Brände ihr Hab und Gut verloren haben (BM berichtete). "Es ist viel passiert. Ganz Wermelskirchen ist inzwischen aktiv. Die Aktion hat super funktioniert", berichtet Geschäftsführerin Nicole Nakoinz. Sie hatte mit Inhaberin Evelyne Blicke Anfang der Woche spontan die Initiative für die Sammelaktion ergriffen, um den Betroffenen das alltägliche Weiterleben nach dem Schock zu erleichtern.

"Natürlich läuft eine solche Schnellschuss-Aktion in einem Friseursalon etwas chaotisch - wir würden das aber jederzeit wieder machen", betont Nicole Nakoinz, die sich besonders über die rege Resonanz, aber auch über das Verständnis ihrer Kunden und das Engagement des ganzen Teams freut: "Alle waren mit Begeisterung dabei und haben mit angepackt."

Die erste Fuhre mit Hilfsgütern aus dem rund 60 Quadratmeter großen Keller des Friseurs, der "rappelvoll" war, hat das Team inzwischen auf die vom Feuer an der Berliner Straße und Am Walde in Dhünn betroffenen drei Familien verteilt - Geschirr, Töpfe, Kleidung, Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Malstifte, Schul-Utensilien, Bügeleisen, Lampen und anderen brauchbaren Hausrat haben die Wermelskirchener gespendet. "Die Kleidung haben wir nach Größen sortiert. Möbelspender haben wir direkt an die Familien verwiesen, damit wir die sperrigen Teile nicht zwischenlagern mussten", erklärt Nakoinz den organisatorischen Ablauf. Auf diese Weise sei den Familien nun erst einmal geholfen, schließlich dauere es, bis die Versicherungen zahlen.

Brand in Wohnhaus in Wermelskirchen FOTO: Teifel

Der Zuspruch an Spenden ist nach wie vor ungebrochen, es hat sich sogar ein Spender aus Bergisch Gladbach beim Friseur angekündigt. Ein Wermelskirchener Schuhgeschäft hat den Betroffenen ebenfalls geholfen - schnell und unkompliziert nach dem Prinzip "vorbeikommen, aussuchen, anprobieren und kostenlos mitnehmen", erzählt Nicole Nakoinz.

Bei den Kunden im Friseursalon sind die beiden Brände, bei denen zum Glück niemand schwer verletzt wurde, zurzeit das Gesprächsthema Nummer eins: "Unverstellbar, schrecklich. Wer von einem Kabelbrand hört, dem wird klar, dass das jedem von uns passieren kann", ist dort zu hören.

Wohnhaus in Wermelskirchen-Dhünn brennt FOTO: Sebastian Radermacher

Im Zuge der Soforthilfe hat der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein Spendenkonto eingerichtet. Bargeld sammeln auch diverse Einzelhändler, die in ihren Geschäften Spardosen aufgestellt haben. "Am Montag machen wir mit dem DRK einen Kassensturz und verteilen dann das Geld", kündigt die Geschäftsführerin des Friseursalons an.

Bernd Koebke, Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins, hofft, dass in den nächsten Tagen weitere Spenden auf dem am Mittwoch eröffneten DRK-Konto eingehen. Er betont, dass auch diese Spenden den Betroffnen der beiden Brände zugutekommen. "Wir machen da keinen Unterschied. Das Geld wird aufgeteilt und an die Familien verteilt", sagt Koebke.

Die Spendenaktion sei ins Leben gerufen worden, um den betroffenen Menschen kurzfristig helfen zu können. "Die Schadenregulierung läuft ja über die Versicherungen, das kann sich aber einige Zeit hinziehen", erklärt Koebke. Die Familien müssten aber schnellstmöglich Kleidung oder Schuhe erhalten. Daher sei die Spendenaktion eine wichtige und gute Sache.

Quelle: RP
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