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Wermelskirchen
Hilfsdienst für Senioren braucht dringend neue Helfer

Wermelskirchen. Klaus Förster bringt es direkt auf den Punkt. "Wir könnten weitere ehrenamtliche Helfer gut gebrauchen", sagt der 78-jährige Wermelskirchener, der im Jahr 2004 den Senioren- und Behinderten-Service (SuBS) ins Leben gerufen hat. "Damals zum Start waren es 20 Leute, die sich bereiterklärten, ehrenamtlich mitzumachen", sagt Förster. Und daran habe sich eigentlich auch nichts geändert. "Teilweise sind es sogar dieselben Leute, die ja auch nicht jünger werden. Neue Helfer, vor allem jüngere, wären wichtig."

Die Helfer des "SuBS" bieten Senioren und Behinderten Unterstützung in alltäglichen Dingen an - einkaufen, Begleitung bei Arztbesuchen oder Behördengängen, vorlesen oder Spaziergänge. "Die Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und die Antragstellung sind wichtig geworden", verdeutlicht Förster. "Auch mit der wichtigen Vorsorgevollmacht sind viele überfordert." Manchmal reichen Gespräche, die den Menschen guttun. "Wermelskirchen hat 30 Prozent Single-Haushalte, die Tendenz ist steigend", betont Förster. "Die Familie, in der früher zwei oder sogar drei Generationen unter einem Dach lebten, gibt es meist nicht mehr."

Förster nennt ein Beispiel für die SuBS-Hilfe: Eine alte Dame, alleinstehend und chronisch krank, benötigt viele Medikamente. Sie brauchte nur ein Prozent zu zahlen, hatte aber zu viel bezahlt. "Durch unseren Einspruch und Vermittlung hat sie mehrere hundert Euro zurückbekommen." Ist dieses Hilfsangebot in Wermelskirchen denn überall bekannt? "Ich habe so viele Referate gehalten, bei kirchlichen Veranstaltungen, im ,Haus der Begegnung' oder bei Veranstaltungen des Seniorenbeirats - es müsste jeder kennen", meint Förster. Er gesteht, dass eine permanente Werbung wichtig ist.

Der "SuBS" ist dem Seniorenbeirat angegliedert. Der Beirat wurde neu gewählt - Förster, der nicht mehr zur Wahl stand, gehört dem Beirat nicht mehr an. "Ich stehe aber natürlich als Hilfe und beratend zur Verfügung", sagt der 78-Jährige. "Wer liefert was?" - unter diesem Motto stand sein letzter Vorschlag, der jetzt beim neu gewählten Beirat in Arbeit ist. Dienstleister oder Händler sollen hier ihr Angebot präsentieren. Angedacht ist eine Kooperation mit den Beirat, dem Marketingverein WiW und Sabine Salamon, zuständig für Senioren- und Pflegeberatung bei der Stadt. "Dieser Service muss auch nicht kostenlos sein. Aber ein Lieferservice wäre für viele eine gute Hilfe", findet Förster. Abgelehnt werden Hilfen, die einem gewerblichen Anbieter Kunden wegnehmen würden. "Wir sind kein Taxiunternehmen und auch keine professionellen Handwerker", stellt Förster klar, "aber für die kleinen Hilfen im alltäglichen Leben sind wir gerne da".

Kontakt Der Senioren- und Behinderten-Service (SuBS) bietet donnerstags, 9 bis 12 Uhr, eine Sprechstunde im Bürgerzentrum (Zimmer 1.16) an. Termin unter Tel. 710-534 vereinbaren. Ansprechpartner sind Gisela Lange und Roswitha Röntgen.

(wsb)
 
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