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Wermelskirchen
Höhere Kapazität für kostenloses Internet

Wermelskirchen: Höhere Kapazität für kostenloses Internet
"Freifunker" Tobias Opitz hat das Ziel, dass in Wermelskirchen flächendeckend kostenlos im Internet gesurft werden kann. Am Eiscafé Venezia ist dies über das Freifunk-Netz bereits möglich. FOTO: Dörner (Archiv)
Wermelskirchen. Rund um den Loches-Platz ist die WLAN-Abdeckung verbessert worden. Die "Freifunker" Tobias Opitz, Tim Latzke und Ruben Wisniewski sowie Jan Lawrenz (WiW) sind überzeugt: Freies Internet erhöht die Verweildauer in der Stadt. Von Stephan Singer

Ein freier Internetzugang über kostenloses WLAN erhöht die Aufenthaltsqualität und die Verweildauer in der Innenstadt. Davon überzeugt sind Tobias Optiz (33), Tim Latzke (25) und Ruben Wisniewski (26) vom "Freifunk Wermelskirchen"-Vorstand. Der zweite Vorsitzende des Marketingvereins "WiW", Jan Lawrenz (46), sieht das genauso. Letzterer kümmert sich bei WiW unter anderem federführend um den Ausbau des Freifunknetzes in der Wermelskirchener Innenstadt: "Wir sind im 21. Jahrhundert und müssen auch so denken", sagt Lawrenz und fügt erfreut hinzu: "Wermelskirchen hat nach Gronau in NRW die zweitbeste Frei-Netz-Abdeckung in Bezug auf die Einwohnerzahl." Für Lawrenz ist klar: "Wer in einem Café sitzt und mit seinem Smartphone oder Tablet-PC das Internet über freies WLAN nutzen kann, bleibt vielleicht länger und bestellt noch einen zweiten Kaffee."

Für die Freifunk-Community steht die Sicherung einer Grundversorgung, die "Verfügbarkeit von Kommunikation und Information" im Fokus des Interesses. "Natürlich kann ,Freifunk' nicht die Geschwindigkeiten eines privaten Internetzugangs erreichen. Das freie Netz ist eine Ergänzung zum bestehenden Angebot", betont Tobias Opitz. Es gehe um ein gemeinschaftliches Netzwerk ohne kommerziellen Hintergrund, bei dem jeder kostenlos ohne Verbindlichkeiten und Anmeldung dabei sein könne - die Router stimmen sich dank der Software "Gluon" untereinander ab, bilden als "Knoten" ein Netz bzw. eine Kette, erklärt Latzke.

Die "Freifunker" sind stets darauf bedacht, das bestehende Netz durch neue Knotenpunkte zu erweitern und auch zu verstärken: So stellte das "Bermuda-Dreieck" an der Eich in der Vergangenheit ein Problem dar. Dort war zwar das Freifunk-Netz verfügbar, aber meist nur sehr langsam. "In dieser Ecke halten sich viele Menschen auf - wenn plötzlich mit 50 Handys im Internet gesurft wird, stößt die Freifunk-Bandbreite logischerweise an ihre Grenzen", sagt Wisniewski und fügt an: "Mit zwei neuen, fünf Gigahertz starken Richtfunkknoten haben wir dieses Kapazitätsproblem aber jetzt gelöst." Die Knoten stehen in der WiW-Geschäftsstelle und im Hotel "Zur Eich" und sollen so künftig im Freifunk-Netz in diesem Bereich eine stabile, leistungsstarke "Brücke" bilden.

Mit Blick auf eine Reichweiten-Karte des freien WLAN-Netzes in der Innenstadt sagt Jan Lawrenz: "Mich stört noch dieses ,Loch' auf der Telegrafenstraße." Er deutet auf den Bereich zwischen der Stadtsparkasse und dem Bürgerzentrum. "Dort werden wir gezielt potenzielle Kandidaten für Knotenpunkte ansprechen", kündigt Lawrenz an. Der 46-Jährige blickt beim Thema Freifunk über den sprichwörtlichen Tellerrand hinaus: "Hückeswagen ist im Moment in der Umsetzung von freiem WLAN in der Innenstadt super schnell. Ich war auch schon bei einer Vorstandssitzung der Werbegemeinschaft Remscheid-Mitte zu Gast, um dort zu berichten, wie wir in Wermelskirchen den Freifunk an den Start gebracht haben."

Opitz, Latzke und Wisniewski sind mit dem bisherigen Zuspruch auf "Freifunk Wermelskirchen" - die Initiative startete Ende 2012 - zufrieden: "Stadt und WiW unterstützen uns sehr gut", sagt Opitz. So sei auch das Bürgerzentrum inzwischen hervorragend mit Freifunk versorgt, bei der Katt sei es nur noch eine Frage der Zeit. Er betont aber auch: "Wir machen das ehrenamtlich und deshalb zeitlich begrenzt. Während bei Privatleuten die Einrichtung eines Knotens in der Regel einfach und schnell funktioniert, müssen wir bei öffentlichen Gebäuden schon mal mehr Zeit investieren, weil zum Beispiel noch Kabel gezogen werden müssen. Aber wir sind gut im Vernetzen", sagt Ruben Wisniewski, der beruflich als PC-Systemadministrator in Hückeswagen arbeitet und so "voll im Thema" ist.

Quelle: RP
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