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Wermelskirchen
Keine Landesmittel: "Katt-Quartier" in anderer Form?

Wermelskirchen. Im Wermelskirchener Rathaus herrscht Enttäuschung. Am Freitag erreichte die Verwaltung die Nachricht aus dem zuständigen Landesministerium, dass das städtische Bauprojekt "Katt-Quartier" beim NRW-Sonderprogramm zur Integration von Flüchtlingen leer ausgehen und keine finanziellen Fördermittel erhalten wird.

Die Stadt hatte sich um Fördergelder in Höhe von drei Millionen Euro beworben, die zur Realisierung des Integrationsprojektes genutzt werden sollten. Auf dem städtischen Grundstück an der Jörgensgasse sollten eine neue Sportstätte, eine neue Kita und ein Quartierszentrum für den sozialen Austausch von Flüchtlingen, Senioren, Familien und behinderten Menschen errichtet werden.

"Das ist natürlich eine Enttäuschung, keine Frage. Beim Blick auf die Liste der Zuschläge liegt die Vermutung nahe, dass unsere beantragte Fördersumme zu hoch gewesen ist", sagte Bürgermeister Rainer Bleek gestern. Viele der Förderzusagen erreichten Projekte, deren beantragte Summe im sechsstelligen Bereich liegt. "Das konnten wir zum Zeitpunkt der Bewerbung ja leider nicht wissen."

Im Rathaus wird man sich nun darum bemühen, mit dem Ministerium alternative Möglichkeiten zu erörtern und gegebenenfalls über ein anderes Förderprogramm an das benötigte Geld zu gelangen. "Das muss nun der erste Schritt sein. Denn eine Weiterverfolgung des Projekts, die ich für angemessen halte, sehe ich ohne Fördermittel aber nicht." Bedeutet: Ohne Landesmittel kein "Katt-Quartier".

Sollte es gelingen, letztlich doch noch Gelder aus anderen Töpfen zu generieren, hängt laut Bleek die Umsetzung aber auch von der Höhe der Zuschüsse ab. "Notfalls muss man darüber nachdenken, das Projekt in einer abgespeckten Variante zu realisieren", erläuterte der Bürgermeister. Wie diese aussehen würde, sei derzeit allerdings noch nicht einschätzbar.

Landesbauminister Groschek hatte am Freitag die Liste der geförderten Projekte vorgestellt. Insgesamt schüttet das Land 72 Millionen Euro an 147 Integrations-Projekte aus 100 Städten aus. Darunter auch drei aus Burscheid: Für ein Fußballkleinfeld, eine interkulturelle Begegnungsstätte und das Integrations- und Bildungszentrum "Altes Rathaus" überweist das Land insgesamt rund 1,31 Millionen Euro.

(p-m)
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