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Wermelskirchen
Keine Lösung für die neue Feuerwache

Wermelskirchen: Keine Lösung für die neue Feuerwache
Diese Halle gegenüber dem Provita-Firmenkomplex an der Straße "Auf der Huhfuhr" möchte die Stadtverwaltung gern für die Unterbringung der erforderlichen Feuerwache anmieten. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Arnzhäuschen ist aus Kostengründen vom Tisch. Der Arbeitskreis Brandschutz hat noch nicht abschließend beraten. Ob's in diesem Jahr noch eine Entscheidung gibt, bleibt offen. Die neue Option lautet: Eine Halle wird angemietet. Von Udo Teifel

Bauherren in Dabringhausen und Umgebung werden sich weiterhin auf höhere Baukosten einstellen müssen - es ist immer noch nicht absehbar, wann der Brandschutz gesichert ist. Zusatzkosten wie zusätzliche Fluchtwege zum Beispiel aus einem Obergeschoss sind noch Pflicht, denn die Feuerwehr, die aus dem Stadtgebiet anrückt, kann die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen nicht erreichen. Neuster Vorschlag der Verwaltung: In der Straße "Auf der Huhfuhr" soll eine von Provita errichtete Halle angemietet werden.

Die CDU machte im Stadtrat Druck. Denn im Juli war vereinbart worden, in der September-Ratssitzung den Brandschutzbedarfsplan zu diskutieren. Zudem beabsichtigte die Stadtverwaltung, das städtische Grundstück an der Landstraße 101 in Arnzhäuschen, wo die neue Feuerwache ursprünglich gebaut werden sollte und die einsatztaktisch eine 1a-Lage ist, an Interroll zu verkaufen. Martin Bosbach (CDU): "Ohne Kenntnis über den Brandschutz können wir in nichtöffentlicher Sitzung nicht über den Verkauf abstimmen."

Da stockt es mächtig. Vor über einem Monat fand die letzte Sitzung des Arbeitskreises statt. Eine Entscheidung war da nicht gefallen, so dass - dafür sprach sich Friedel Burghoff (Büfo) aus - es keinen Grund gebe, darüber zu diskutieren. Die Mehrheit sah dies anders, so dass der zuständige Dezernent aus dem Arbeitskreis informierte.

Nach wie vor sei das Grundstück in Arnzhäuschen für den Einsatz von Löschfahrzeugen ideal, berichtete Graef. Doch der Bau einer Feuerwache sei zu teuer, so dass die Stadtverwaltung davon Abstand genommen hat. Zwischenzeitlich gab es zwei weitere Optionen: eine Wiese an der L101 für einen Neubau und die Anmietung der Provita-Halle (ca. 1000 Quadratmeter Fläche) in der Straße "Auf der Huhfuhr". Die Wiese stehe nicht mehr zum Kauf zur Verfügung, wohl aber die Halle. "Die Halle könnte zeitnah genutzt werden, da keine Baugenehmigung erforderlich ist", teilte Graef mit. Es gebe aber noch keinen Mietvertrag mit dem Eigentümer.

Das Problem der Halle könnte die Lage sein: Es steht am Ende einer Sackgasse. Fünf bis sechs Großfahrzeuge, unter anderem eine zweite Drehleiter sowie den Rettungswagen, müssten dort untergebracht und im Einsatzfalle ausrücken. Anlieferverkehr, parkende Anlieger, Parkplatz suchende Feuerwehrleute - all dies sei sehr eng. "Für die Alarmfahrzeuge müsste eine Zufahrt zur Wermelskirchener Straße gebaut werden. Das Gefälle würde sechs Prozent betragen", erläuterte Graef.

Martin Bosbach zeigte sich verärgert: "Wir sind quasi am Nullpunkt. Wir haben einen Ratsbeschluss für das Grundstück in Arnzhäuschen. Darin wird nicht gearbeitet, jetzt aber eine Anmietung vorgeschlagen. Der Rat hätte darüber informiert werden müssen." Der Stadtrat müsse abwägen, was besser für den Brandschutz in Dabringhausen sei: Neubau oder Anmietung.

Verärgert zeigte sich auch Friedel Burghoff. "Erst wurde das Grundstück in Arnzhäuschen hoch gepriesen, jetzt plötzlich nicht mehr." Er wollte wissen, ob die zu vermietende Halle überhaupt für so viele Einsatzfahrzeuge geeignet sei. "Wir wollen Genauigkeit. Der Rat hat beschlossen, vier zusätzliche Stellen auf der Hauptwache einzurichten. Die sind immer noch nicht besetzt."

Auch Jochen Bilstein (SPD) betonte, dass man im Arbeitskreis rund um den Tisch unzufrieden sei. Das hätte alles viel zügiger abgewickelt werden müssen." Spätestens bis zur Ratssitzung im Dezember müsse ein Beschluss auf den Tisch, forderte er. Denn nur so könne der Brandschutz zeitnah sichergestellt werden.

Im nichtöffentlichen Teil zog die Stadtverwaltung ihren Antrag auf Verkauf des städtischen Grundstückes in Arnzhäuschen zurück.

Quelle: RP
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