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Wermelskirchen
Kinder schnuppern rein in die Musikwelt

Wermelskirchen: Kinder schnuppern rein in die Musikwelt
Gemeinsam ausprobieren: Maria Pietryga hilft der neunjährigen Carolina beim Erzeugen einiger Töne mit dem Kopfstück einer Querflöte. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Der erste Kindermusiktag war ein Erfolg. An einem Instrumentenkarussell konnten Kinder Instrumente ausprobieren. Von Bernd Geisler

"Was esst ihr lieber: Spaghetti oder Gummibärchen?" Vor diese Entscheidung, die jedes Kinderherz höher schlagen lässt (und vielleicht auch das eines Erwachsenen), stellte Marcus Richter, Kirchenmusiker an St. Michael und Apollinaris, alle Gäste zu Beginn des ersten Wermelskirchener Kindermusiktages. Im Raum des Kindergartens St. Michael hatten sich etwa 30 Kinder (die meisten im Grundschulalter, einige auch darunter) zusammen mit ihren Eltern eingefunden, um "Musik zu schnuppern".

Richter warb für das Mitsingen im kirchlichen Kinderchor, der zurzeit 15 Mitglieder hat. Die Musikschule bot ein Instrumentenkarussell an. Wer Lust hatte, konnte eine musikalische Reise von einem Instrument zum anderen antreten. Zur Verfügung standen Blockflöte, Querflöte, Klarinette, Oboe, Trompete und Saxofon. Selbstverständlich standen Musiklehrer für jedes Instrument bereit.

Doch zunächst wurde gesungen. Ja, und welches Lied? "Spaghetti oder Gummibärchen" standen zur Auswahl. Die Arme der Kinder schnellten hoch beim Stichwort "Gummibärchen". Die Spaghetti-Liebhaber waren eindeutig in der Minderheit. Wer hätte das gedacht? Und schon ging's los. Alle, auch die Eltern, mussten aufstehen und mitsingen. Klavier und Klarinette begleiteten. Es kam jeder dran: mal die Männer allein, dann die Mädels für sich und zum Schluss alle, die sich morgens die Zähne geputzt hatten. Eltern und Kinder ließen sich nicht lumpen, alle sangen mit - natürlich auch bei den folgenden Liedern "Spaghetti" (mit Rezeptvariationen), "Die Füße Pat und Pit", "Seid bloß still, macht keinen Rabatz" und "Hauptsache, es funkt". Drollig: Beim stampfenden "Pat und Pit" hüpfte auch ein Dreikäsehoch mit Schnuller im Mund mit.

Die Stimmung war gelöst, jetzt kamen die Instrumente an die Reihe. Zum Eingewöhnen ließ Maria Pietryga alle, die neugierig um Querflöte und Oboe herumstanden, mit leeren Flaschen an der Unterlippe Töne erzeugen. Dann kam zunächst das Kopfstück der Querflöte an die Reihe. Die neunjährige Nelly probierte es aus. Sie schaffte auf Anhieb ein paar Töne. Wieso hat das so gut geklappt? "Ich spiele in der Schule schon Blockflöte", sagte sie. Carolina, ebenfalls neun Jahre alt, möchte neben Blockflöte noch gerne ein weiteres Instrument lernen: "Am liebsten Klavier", sagte sie. Sie singt bereits im Kinderchor mit.

In einem anderen Raum saß Reinhold Felthaus und zeigte den Kindern seine Trompete. Verblüffend, wie einige nach kleinen Tipps und Tricks vom Meister die ersten Trompetentöne erzeugten: sogar lang anhaltend und stimmig. Die siebenjährige Leonie singt auch im Kinderchor und hat bereits auf Mamas Trompete ein bisschen "herumgeblasen". Derzeit trommelt sie in einer Gruppe der Musikschule. Sie ist vielfältig interessiert. "Ich weiß noch nicht, welches Instrument ich spielen werde", sagte sie.

Auch der Rundgang durch die anderen "Musikzimmer" zeigte: Die Kinder waren mit großer Begeisterung dabei. Spaghetti hin, Gummibärchen her.

Quelle: RP
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