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Wermelskirchen
Kölner Straße-Händler werfen BEW unprofessionelles Handeln vor

Wermelskirchen. Mit Handzetteln informierte die BEW über die bevorstehende Gasleitungs-Reparatur und die Vollsperrung. Von Walter Schubert

Die Information gab es am Freitag mit kleinen Handzetteln, die in der Kölner Straße an die Anlieger verteilt wurden. Darin informierte die BEW kurz und knapp über eine Reparatur der Gasleitung und die damit verbundene Vollsperrung der Kölner Straße ab heute.

So ganz dringend könne es ja nicht sein, wenn die Arbeiten auch ein paar Tage warten können. "Wenn es kein Notfall ist, hätte man es doch auch mit der geplanten Sanierung der Kölner Straße zusammenlegen können", sagt Hans-Jürgen Theiß im Bürogeschäft Siebel, "irgendwie bleibt ein blöder Beigeschmack." Alle sind erstaunt über die oberflächliche und vor allem die kurzfristige Information. "Das kann doch nicht sein: Freitag kommt die Info und ab Montag ist gesperrt. Wir können uns doch gar nicht darauf einstellen", sagt Nicole Wantschura vom Spielwarengeschäft Holzwürmchen. "Bestellungen und Lieferungen lassen sich doch so gar nicht organisieren."

Ein DHL-Fahrer, der gerade ein Paket gebracht hat, fällt aus allen Wolken. "Wie soll ich denn nächste Woche anliefern?" Die Frage kann ihm keiner beantworten. Johannes Schnütgen ist mit seinen zwei Schuhgeschäften gleich doppelt betroffen. Nach Rücksprache mit BEW hat er erfahren, dass die Kölner Straße "nicht komplett" gesperrt werden soll. "Anlieger dürfen wohl rein fahren", sagt er. Wie und wo das passieren soll und wie das geregelt wird, bleibt unklar. "Klar wird es zu Umsatzeinbußen kommen", sagt er und freut sich mit Ironie darauf, dass sich das in den Sommerferien für zwei Wochen noch einmal wiederholt, wenn die Straße aufgerissen und asphaltiert wird.

"Ich kann mich über alles, was mit dieser Straße zu tun hat, schon nicht mehr aufregen", sagt Andreas Madel vom Brillengeschäft. Der ganze Frust kommt hoch. Dreck und Hundekot vor seinem Geschäft, die schlampige Bauausführung, für die die Anlieger viel Geld bezahlt haben, die fehlende Verfugung, die erneute Sanierung und jetzt noch mal eine Sperrung.

"Irgend jemand hat unserem Azubi die BEW-Mitteilung in die Hand gedrückt", sagt Rainer Eickhorn von dem Metzgereibetrieb Daum & Eickhorn. "Hätte der das nicht weiter gegeben - ich hätte nie was erfahren. Auf diese Art und Weise Tatsachen zu schaffen, ist einfach unprofessionell. Aber irgendwie regeln wir das schon, wie immer."

Als viel zu kurzfristig empfindet auch Rita Manger von Uhren Groß die BEW-Information. "Hätten wir es rechtzeitig gewusst, wären wir eine Woche in Urlaub gefahren." Und mit Ironie fügt sie hinzu: "Es ist eine gute Entwicklung. Zuerst finden die Leute kaum einen Parkplatz und jetzt kommen sie gar nicht mehr hier hin." Katja Gerhards arbeitet im Sanitätshaus Bauer. "Wir haben hier in dieser Straße schon einiges erlebt und auch diesmal kriegen wir es irgendwie hin."

Quelle: RP
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